Der Tegernsee macht sich schee

von Redaktion

Countdown für Bayern-Besuch läuft – Rottach-Egern-Boss Schlichtner appeliert an Fans

Experte: Stefan Schlichtner vom FC Rottach-Egern.

Große Bühne für großen Besuch. © PLETTENBERG, IMAGO

Rottach-Egern – Die Ruhe vor dem Sturm? Da kann Stefan Schlichtner nur lachen. „Bei uns hat der Sturm schon lange begonnen“, sagt der Vorsitzende des FC Rottach-Egern – und weiß gar nicht, wo er anfangen soll. Ein Fitness-Zelt, Zäune, Catering-Buden, Helfer, Einlauf-Kinder, Ticket-Verkäufer: Alles ist schon organisiert, aufgebaut oder in der Mache, während der hohe Besuch sich noch gut 50 Kilometer entfernt in München befindet. So ein Trainingslager ist ein Projekt für mehrere Wochen, denn dem FC Bayern soll es ab kommenden Montag – wie jedes Jahr, wenn er Station am Fuße des Wallbergs macht – an nichts fehlen.

Dass sie sich darauf verlassen können, lehrt die Vergangenheit. Bis 2006 war der deutsche Rekordmeister nahezu jedes Jahr da, seit 2018 macht man nun bereits zum fünften Mal wieder Station. Und auch wenn im vergangenen Jahr aufgrund der Club-WM für Vincent Kompany und sein Team kein Kurztrip an den Tegernsee drin war und die Arbeit heuer laut Schlichtner „gefühlt mehr“ ist, läuft alles nach Plan. Das Setting ist stets ähnlich, „stellenweise justiert man etwas nach“. Eine große Veränderung – wie bei der Unterkunft – gibt es aber auf dem Trainingsplatz nicht. Geschlafen wird in den „Egerner Höfen“ statt im „Althoff Seehotel Überfahrt“, trainiert wie immer im Stadion am Birkenmoos. Die Wetterprognose für die drei Einheiten (Montag bis Mittwoch jeweils um 15.30 Uhr öffentlich) sowie das Testspiel am Donnerstag (18 Uhr) ist prächtig.

2500 bis 2800 Zuschauer werden Platz finden, wenn der FC Rottach-Egern versucht, einen zweistelligen Bayern-Sieg zu verhindern (Ergebnis 2024: 1:14). Aber Schlichtner übertreibt nicht, wenn er sagt: „Wir könnten locker 10.000 Karten verkaufen.“ Die Bayern ziehen freilich in der Region deutlich mehr als etwa der VfB Stuttgart im vergangenen Jahr oder Borussia Mönchengladbach, das in der Woche danach anreist. Daher ist es Schlichtner auch ein besonderes Anliegen zu betonen: „Es werden nicht alle Tickets bekommen, die zum Kartenvorverkauf anstehen.“

Vor zwei Jahren war am Verkaufstag großer Unmut am Birkenmoos zu spüren. Fans, die zur Schalteröffnung da waren, gingen teils leer aus, weil andere schon weit früher zum Anstehen vor Ort waren. So kann und dürfte es auch dieses Mal laufen, wenn am Sonntag (14 Uhr) die Tickets am Sportplatz in Rottach-Egern über den Tisch gehen. Maximal vier pro Person werden ausgegeben, und es gilt: „First come, first served.“ Der Rest kann sich immerhin eine der drei öffentlichen Einheiten ansehen.

Einen „Geheim“-Tag gibt es nicht, es wird kontinuierlich Andrang herrschen. Gut für die Region, gut für den Kreisklassen-Verein, in dem ein rund zehnköpfiges Team die Hauptorganisation übernommen hat. Ein paar Veränderungen im Team merkt man, Schlichtner sagt: „Jeder muss in seine Position hereinwachsen.“ Aber das funktioniert im Schnelldurchlauf. Erfahrungswerte hat man ja, unter anderem zum Konsumverhalten, das sich bei Bayern-Besuchen doch anders verhält. Der Rekordmeister zieht weniger UItras, dafür viele Familien an. Heißt für den Schank: „Mehr Wasser, weniger Bier.“

Schlichtner erzählt das wie alle anderen Details. Etwa, dass die F-Jugend aus Rottach-Egern stets mit den Stars einlaufen darf, und die, die besonders viel helfen, womöglich an eine prominente Hand kommen.

Nur bei einer Sache wird der Routinier etwas emotionaler. Wem der größte Dank gebührt, wenn alles geschafft ist? „Meiner Frau!“ Denn die bekommt ihren Mann in „Sturm-Zeiten“ wirklich nur sehr, sehr selten zu Gesicht.HANNA RAIF

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