Weber ist zurück: „Wie ein Tiger im Käfig“

von Redaktion

Wirft wieder weit: Julian Weber. © Kohring/IMAGO

Bochum – Dieser Wurf fühlte sich für Julian Weber wie eine Befreiung an. Nach monatelangem Warten, Hoffen und Hadern schleuderte der einstige Europameister den Speer in Luzern in der vorigen Woche bei seinem ersten Wettkampf des Jahres auf 87,04 Meter – europäische Jahresbestleistung, Nummer drei in der Welt. Und das einen Monat vor dem Saisonhöhepunkt, den Europameisterschaften im britischen Birmingham.

„Vor ein paar Wochen hätte ich noch gesagt, Hauptsache werfen und einigermaßen beschwerdefrei werfen. Jetzt mit Luzern habe ich ein anderes Ziel“, sagte Weber in einer Medienrunde wenige Tage vor den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum. Im traditionsreichen Wattenscheider Lohrheidestadion möchte er am Samstag seinen sechsten deutschen Titel in Serie holen und gleichziehen mit Speerwurf-Legende Klaus Wolfermann, dem Olympiasieger von München 1972.

Weber ist extra noch einmal in ein Trainingslager ins benachbarte Potsdam gefahren. Auch, weil er sich dort optimal behandeln lassen kann, denn das volle Training kann er noch nicht absolvieren. Es fehlen ihm viele Würfe, Gewichte stemmen und sprinten war nicht wie gewünscht möglich, weil Achillessehne, Schulter und Rücken zwickten. „Es war keine schöne Zeit“, berichtete Weber. Er fühlte sich „wie ein Tiger im Käfig. Man will endlich raus und spielen. Man hat so hart trainiert und kann es die ganze Zeit nicht zeigen.“DPA

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