HEINRICH HEUTE

Wir vermissen die WM

von Redaktion

Okay, wir spüren WM-Phantomschmerz. Keiner peitscht unseren Blutdruck so zuverlässig auf beschwingte 300 wie Gianni Infantino. Von niemandem lernen wir so schön exotische Dialekte wie von Christian Streich. Lionel Messi hat uns gezeigt, dass auch wir älteren Menschen wertvoll sein können. Bei der WM gab es wunderbare Ausreden, um nicht beim Umzug helfen zu müssen: „Sorry, um 18 Uhr spielt die Neuseeland-Gruppe.“ Nichts wiegt uns so sanft in den Schlaf wie Senegal gegen den Irak. Es war sogar schön, beim Büro-Tippspiel gegen die Kollegin aus der Buchhaltung zu verlieren, die nach Trikotfarben getippt hat. Wir vermissen beinahe sogar Julian Nagelsmann – den Mann, der selbst beim Steine-Flitschen gegen Fünfjährige eine Videoanalyse des „Spielvortrags“ aufstellen würde. Der Ex-Bundesjulian zeigt uns, dass man die Welt nicht immer so verkopft betrachten sollte.

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