Himmel oder Hölle? Alpe d‘Huez!

von Redaktion

Die Kletterpartie ist der große Mythos der Tour – Rätselraten um offenbar angeschlagenen Pogacar

Das Duell: Ullrich (li.) gegen Armstrong 2001. © Breloer/dpa

Drama: Ein Fotograf bringt Giuseppe Guerini zu Fall. © AP

Vertauschte Rollen: 2022 versuchte Tadej Pogacar in Alpe d`Huez noch vergeblich den Angriff auf Gelb. © IMAGO

Alpe d`Huez – Es sind die 21 berühmtesten Serpentinen der Welt, die direkt ins Radsport-Mekka führen. Wenn die Tour de France nach vier Jahren Pause zum großen Showdown wieder Alpe d’Huez ansteuert, werden mehr als eine halbe Million Fans den Berg in ein Tollhaus verwandeln.

Mythos Alpe d’Huez – der Wallfahrtsort im Radsport bietet die Bühne zum großen Finale der 113. Frankreich-Rundfahrt. Sowohl am Freitag als auch am Samstag endet die Etappe auf der legendären Skistation in 1850 Metern Höhe.

Alpe d’Huez im Radsport ist wie Wembley im Fußball. Dabei ist der Anstieg mit 13,8 Kilometern Länge und durchschnittlich 8,1 Prozent Steigung gar nicht mal so schwer. „Die Geschichte macht diesen Anstieg ikonisch“, sagt Tadej Pogacar. Fausto Coppi gewann 1952 hier die erste Bergankunft der Tour. Dramatisch wurde es 1999, als sich ein Hobby-Fotograf dem damaligen Telekom-Profi Giuseppe Guerini in den Weg stellte und zu Fall brachte. Der Italiener rappelte sich aber wieder auf und gewann trotzdem. Jan Ullrich erlebte 2001 in Alpe d’Huez eine der bittersten Niederlagen gegen Lance Armstrong.

Den offiziellen Rekord hält noch Marco Pantani in 36:50 Minuten aus dem Jahr 1995. Ob Pogacar auch diese Marke übertreffen wird? Ausgerechnet an den drei schwersten Tour-Tagen hat Pogacars Team offenbar mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen – schon am Mittwoch hatte sich Adam Yates magenkrank ins Ziel geschleppt. Das Team hielt sich bedeckt, was Raum für Spekulation ließ. Auffällig: Pogacar trug erstmals seit vier Jahren eine schwarze statt einer gelben Rennhose zum Gelben Trikot, was das Geraune am Rande des Pelotons verstärkte. Sollte sich Pogacar ebenfalls ein Magen-Darm- oder sonstiges Problem einfangen, wäre das angesichts der kommenden ultraschweren Etappen fatal – und Toursieg Nummer fünf höchst gefährdet. Am viertletzten Renntag setzte sich gestern Richard Carapaz bei der Bergankunft nach 185,2 km in Orcières-Merlette durch. Die Favoritengruppe um Pogacar kam geschlossen mit 4:35 Minuten Rückstand ins Ziel. Pogacar führt damit in der Gesamtwertung weiter mit 4:32 Minuten vor Evenepoel.

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