Nein! Doch! Oh!

von Redaktion

Ex-Manager Reschke über Reals Olise-Traum und Bayerns Basta

WM-Entdeckung Ismael Saibari wechselte von PSV Eindhoven zum FC Bayern. © Phillip/dpa

Michael Reschke war Technischer Direktor beim FCB.

Real Madrid baggert an Michael Olise – Uli Hoeneß und Max Eberl wollen ihn aber nicht verkaufen. © DEL POZO/AFP, Ruiz, Schmidt/dpa

Real Madrid träumt von Michael Olise. Der FC Bayern erklärte den Offensiv-Star mehrfach für unverkäuflich. Aber wie haltbar ist das Basta? Unsere Zeitung fragte Ex-Bayern-Manager Michael Reschke (68).

Herr Reschke, besteht eine Chance auf einen Wechsel nach Madrid?

Um die Fakten klar einzuschätzen, müsste man alle Interna kennen – speziell, welchen Druck Olise in den Gesprächen mit den FCB-Verantwortlichen ausübt. Grundsätzlich hat Bayern eine sehr breite Brust. Und wenn sich alle einig sind, ist ein Nein ein Nein. Wobei…

In der Vergangenheit war Bayerns Basta nicht immer endgültig. Siehe Robert Lewandowski und seinen Wechsel zum FC Barcelona im Sommer 2022. Gäbe es eine Summe, bei der Sie ins Grübeln kommen würden?

Na ja, es wird immer eine Transfersumme geben, bei der solch ein Nein aufgeweicht wird. Rein fiktiv: Sollte Real eine Ablösesumme im Bereich von deutlich über 150 Millionen Euro anbieten, dann müssen das Für und Wider abgewogen werden – und irgendwann wird dann aus einem Nein vielleicht am Ende doch ein Ja.

Medienberichten zufolge möchte Olise zu Real. Macht es Sinn, einen wechselwilligen Spieler zu halten?

Aktuell ist vieles Spekulation. Der FC Bayern besitzt auf jeden Fall ein sehr starkes Blatt in einem Poker. Und diese Situation haben sie sich durch den klugen, frühzeitigen Transfer von Olise verdient.

Sehen Sie Alternativen auf dem Markt?

Einen Olise zu ersetzen, ist nahezu unmöglich. Aber durch den Kauf von Saibari und dem bereits vorhandenen Offensivpotenzial wäre man selbst ohne Olise international schon sehr gut aufgestellt.

Für Linksverteidiger Nathaniel Brown überweist der FC Bayern eine garantierte Ablöse von 45 Mio. Euro an Frankfurt. Zu viel, wenn man seine Leistungen bei der WM gesehen hat?

Gegenfrage: Wenn wir Brown nicht zutrauen, in die internationale Klasse zu reifen, welchem deutschen Außenverteidiger denn dann? Natürlich ist das Investment hoch, aber Brown hat schon berechenbar gutes Niveau.

Im Vergleich zum vergangenen Sommer hat Sportvorstand Max Eberl seine Wunschtransfers schon früh getätigt. Trotzdem steht er in der Kritik. Verdient er eine Verlängerung seines 2027 auslaufenden Vertrags?

Das wird der Aufsichtsrat seriös beantworten. Aber die Summe der sehr guten Entscheidungen spricht für Max und eine Verlängerung.

Fehlkäufe wie João Palhinha, Sacha Boey oder Bryan Zaragoza sind nach wie vor auf der Gehaltsliste. Wie kann man solche Spieler trotz eines gültigen Vertrags loswerden?

Man muss hoffen, dass Spieler bei ihren Leihvarianten überzeugen und man dadurch den wirtschaftlichen Schaden reduziert, weil sie Begehrlichkeiten wecken. Aber das ist kein Wunschkonzert und im Transferbereich werden immer Fehler passieren.

Mit Superstürmer Harry Kane wollen die Bayern verlängern. Muss er gemessen an seinen Leistungen künftig Musiala als Topverdiener ablösen?

Kane besitzt sicher aktuell schon einen Top-Vertrag. Wenn er bleiben will, wird man gemeinsam sinnvolle Lösungen finden. Und die sind nicht abhängig von Musialas Vertrag.

Manuel Neuer hat um ein Jahr verlängert. Kann sich Jonas Urbig zur Nummer eins entwickeln, solange der 40-Jährige noch da ist?

Die Situation von Manuel ist nicht mehr vergleichbar mit der vor zwei, drei oder vier Jahren. Jedes weitere Vertragsjahr beim FC Bayern ist ein Geschenk für Manu und den Club. Aber dazu zählt gewiss für beide auch seine Nachfolgelösung sinnvoll vorzubereiten. Bislang ist es für Urbig top gelaufen und dies wird auch sicher weiter so der Fall sein.

INTERVIEW: PHILIPP KESSLER

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