Frankfurt – 26 Tage dauerte es vom WM-Aus bis zur Verpflichtung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer. „Es ging auch um die Co-Trainer und die Partnerverträge, es war eine komplexe Aufgabe“, so DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Der Verband musste seinem Wunschkandidaten und dessen Arbeitgeber seit eineinhalb Jahren, dem Getränkekonzern Red Bull, weit entgegenkommen.
Die Ablöseformalitäten sind: Die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“ bekommt eine Spende über eine Million Euro, zudem wird Leipzig bis 2030 dreimal als Länderspielort berücksichtigt – üblicherweise finden sich die größeren Stadien in einer Zwei- oder Drei-Jahres-Rotation.
Dass Klopp sich sein Co-Trainer-Team zusammenstellen würde, war klar: Pep Lijnders diente ihm in Liverlool (Klopp: „Ein außergewöhnlicher Trainer“), mit Peter Krawietz „arbeite ich seit fast 30 Jahren zusammen“, Überraschungskandidat war Klopps Ex-Dortmund-Spieler Sven „Manni“ Bender. „Er ist kein Rekordnationalspieler, aber er kennt die Abläufe. Ich kenne sie aus guten Gründen nicht“, spielt Klopp auf seine eigene durchschnittliche Spielerkarriere in der 2. Liga an. Wegen der Erfahrung mit den DFB-Handelnden bleibt auch Sportdirektor Rudi Völler im Team – aber wohl ohne großes Mitspracherecht. Klopp: „Ich möchte alles von ihm wissen – um frei entscheiden zu können.“
Die Überraschung ist, dass der DFB auch Klopps Berater Marc Kosicke aufnehmen muss. „Er ist mein Co-Trainer für Entwicklung, Strategie und Innovation.“ Der Bremer Kosicke gründete einst mit Oliver Bierhoff die Agentur Project b, die Klopp vertritt, für den FC Bayern kreierte er den Slogan „Mia san mia“.
Neuendorf sagt über Kosicke/Klopp: „Sie sind so eng miteinander verwoben, dass sie nur im Team zu haben waren. Er wird eine Schnittstelle in den Verband, in der Kommunikation, zu den Sponsoren, zu mir.“ Mit anderen Worten: Der neue Bundestrainer will nicht nur sportlich wirken.GÜK