Vater Marco ist für Kimi Antonelli ein „Fels in der Brandung“. © Erdos/dpa
Wieder vorne dabei: Lewis Hamilton will auf dem Hungaroring Punkte auf WM-Spitzenreiter Antonelli gutmachen. Vielleicht hilft das neue Safety Car bei der Strategie. © Canoniero/Imago
Budapest – Spaßeshalber würde Marco Antonelli bei seinem berühmten Sohn Kimi auch nicht vor drastischen Maßnahmen zurückschrecken. „Wenn ich sehe, dass du noch einmal wegen nichts die Strecke verlässt, dann drehe ich dir den Hals um wie bei einem Huhn“, drohte der Vater augenzwinkernd dem jungen WM-Spitzenreiter nach dessen Formel-1-Sieg vor wenigen Tagen in Belgien. Kimi Antonelli verlässt gerne mal die sogenannten Track Limits und handelt sich dafür auch eigentlich unnötige Strafen ein.
Die nicht ernst gemeinte Ansage seines Vaters ist für den erst 19-jährigen Italiener kein Problem. Kimi Antonelli schätzt den Rat seines Papas über alle Maßen. „Mein Vater ist wie mein Fels in der Brandung“, erzählte der Mercedes-Pilot am Rande des letzten Grand Prix vor der Sommerpause in Ungarn (Sonntag, 15 Uhr/Sky).
In der Formel 1 schaut der aktuell WM-Führende zu seinem Konkurrent und Rekordweltmeister Lewis Hamilton auf. Auch für den Ferrari-Pilot läuft es gerade richtig rund. Ein Sieg und vier weitere Podestplätze bringen den 41-Jährigen tatsächlich sogar in Schlagdistanz zu den Silberpfeilen. Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus: „Nutzlos, absolut nutzlos“ sei er, motzte Hamilton damals in Budapest, die eigene Leistung so „schrecklich“, dass Ferrari „wahrscheinlich den Fahrer wechseln“ sollte.
„Eines Tages, wenn ich meine Dokumentation drehe, werde ich euch alles über dieses Wochenende erzählen und darüber, was dazu geführt hat“, sagte Hamilton nun. Zu sehr ins Detail wollte er aber nicht gehen, schließlich sei er „meilenweit entfernt von dem Punkt, an dem ich letztes Jahr war“.
Nach großen Anlaufschwierigkeiten lässt er nun doch die Herzen der Tifosi höher schlagen, vor der Sommerpause liegt Hamilton als erster Verfolger von Shootingstar Antonelli nur 45 Punkte zurück. „Ich bin stolz auf alle im Team und ich bin stolz auf mich selbst“, sagte der nimmermüde Hamilton rückblickend: „Dafür, dass ich mich aus dieser Situation, in der ich war, wieder herausgekämpft habe.“ Und er kämpft weiter für seinen Traum von Titel Nummer acht.DPA, SID