Florian Niederlechner traf endlich wieder für die Löwen – in der Bayernliga soll er Spielpraxis sammeln. © Diettrich/dpa
München – Die wohl kürzeste Vorbereitung der Löwen-Historie neigt sich dem Ende entgegen. In genau einer Woche (1. August, 14 Uhr) startet 1860 in Schweinfurt, das am Donnerstag zum Auftakt beim 1:5 in Aubstadt böse unter die Räder kam, in die Regionalligasaison. Damit die Promi-Rückkehrer um Florian Niederlechner, Felix Weber und Vitus Eicher zumindest vorher etwas Spielpraxis sammeln können, greift Sechzig in die Trickkiste.
Denn das Trio wird Teil des Kaders der zweiten Mannschaft sein, die am Sonntag (14 Uhr) in Schwabmünchen in der Bayernliga Süd antritt. Im Freitagstraining war gut zu erkennen, dass Löwencoach Alper Kayabunar (trainiert derzeit sowohl die Regionalliga- als auch die Bayernligamannschaft) mit der Innenverteidigung Felix Weber und Lasse Faßmann plant.
Im Sturm wird Niederlechner wertvolle Einsatzminuten sammeln, nachdem er sich bis zu seiner Unterschrift vergangene Woche über zwei Monate lang nur privat fit halten konnte. Nach unseren Informationen trainierte der 35-Jährige zwar ab und an bei einem lokalen Fußballclub in Rosenheim mit, doch mit der Intensität eines Profitrainings ist das freilich nicht zu vergleichen.
Das gilt auch für das Übergangslogo, das die Sechziger derzeit statt dem „Löwen“ tragen. „Es ist ein sehr komisches Gefühl, plötzlich ist der Löwe vom Trikot verschwunden“, sagte beispielsweise Gargiulo Raffaele. „Ich hoffe, dass er bald wieder zurückkommt. Ich bin jetzt 79 Jahre alt, hoffentlich erlebe ich das noch. Momentan ist leider alles zerstört hier, das ist sehr schlimm.“
„Ich dachte an einen Aprilscherz“
Das sieht auch Sebastian Henrici so: „Im ersten Moment hat man an Satire oder einen verspäteten Aprilscherz gedacht“, sagte der 60-Fan. „Für mich gehört der Löwe zu 1860 wie der süße Senf zur Weißwurst. In all diesen Jahren der Tiefen war der Löwe trotzdem immer eine Konstante – völlig ligenunabhängig.“
Doch vorerst bleibt das Logo der Fußballabteilung (FA) – auch in der zweiten Runde des Pokals, die 1860 am 11. August nach Wendelstein (Mittelfranken) führt. Im schlimmsten Fall muss Sechzig bis 2031 (dann enden Ismaiks Wappenrechte) auf die Löwen-Brust verzichten.
Salomonisch gibt sich deswegen Tobias Leidl: „Die Entwicklung des Vereins steht für mich im Vordergrund, da ist das Wappen erst einmal zweitrangig. Trotzdem hat der Löwe eine große Bedeutung, die nicht physisch greifbar ist. Ich kaufe mir trotzdem das Trikot mit dem anderen Wappen.“MARCO BLANCO UCLES