Erster Torschütze der Saison: Bischof. © Anspach/dpa
Nicht zu stoppen: Binder. © Anspach/dpa
Wiesbaden – Das Motto des Tages hatte Vincent Kompany beim ersten Test der Saison schon vor dem Anpfiff ausgerufen. „Wer weiß“, hatte der Chefcoach des FC Bayern gesagt, „vielleicht kann der ein oder andere ja auf sich aufmerksam machen?“ 90 gespielte Minuten und 21 eingesetzte Spieler später konnte er die Frage nach den drängendsten Personalien des Tages relativ kurz abhandeln. Von all den vielen beim 1:2 (0:1) bei Wehen Wiesbaden aufgebotenen Jugendspielern (Altersdurchschnitt der Startelf: 17,18 Jahre) und wenigen Profis blieben genau zwei nachhaltig im Gedächtnis: Tim Binder (19) und Tom Bischof (21).
Während Binder nach 26 Minuten eingewechselt wurde und der überforderten Jugend-Mannschaft beim Stand von 0:1 (Ibrahim Ati Allah/10.) Mut und Frische brachte, drehte Bischof in den zweiten 45 Minuten als einziger Profi richtig auf. Der Ausgleich per Foulelfmeter (57.) war eine Co-Produktion – Binder holte raus, Bischof verwandelte. Und so konnten sich trotz der Pleite nach dem Siegtor von Lukas Schleimer (83.) hinterher beide bei warmen Worten von Christoph Freund angesprochen fühlen. Binder, als der Sportdirektor mit Blick auf die Profi-Trips zum Tegernsee und nach Asien sagte: „Der eine oder andere Jugendspieler wird natürlich dabei sein.“ Und Bischof, als Freund feststellte, was 12.000 Zuschauer in der Brita Arena gesehen hatten: „Er ist bereit, beim FC Bayern den nächsten Schritt zu gehen.“
Das erste Spiel mit der von Leon Goretzka übernommenen „8“ hat gezeigt, warum die Bayern-Führung „große Hoffnung und großes Vertrauen“ in Bischof hat. Beim Elfmeter war ihm „klar, dass ich mir den Ball nehme“, schließlich hat er „viele Elfmeter geübt“. Aber auch im laufenden Spiel ging am meisten über ihn. Auf ähnlich gute Werte kam lediglich Binder, der neun Ballkontakte im gegnerischen Strafraum hatte. Oder anders gesagt: neun Argumente für mehr Profi-Zeit.HLR