Wie im Vorjahr: McLaren-Pilot Lando Norris fuhr in Ungarn souverän zum Sieg. In der WM liegt der Weltmeister allerdings noch weit zurück. © Bandic/dpa
Budapest – Weltmeister Lando Norris ließ sich nach seinem Befreiungsschlag in Budapest zu einer spontanen Liebeserklärung für den wiedererstarkten McLaren hinreißen. „Wunderschön! Das Auto war unglaublich“, jubelte der britische Titelverteidiger am Funk: „Harte Arbeit zahlt sich aus, lasst uns so weitermachen.“ Norris blieb bei der Hitzeschlacht auf dem Hungaroring ganz cool, bescherte seinem Team den ersten Saisonsieg in der Formel 1 – und führte Papaya nach einer langen Durststrecke wieder an die Spitze der Königsklasse.
„Es war ein tolles Rennen. Die Pace war so stark“, sagte der sichtlich erschöpfte Norris, der sich vor dem Überraschungszweiten Max Verstappen im Red Bull durchgesetzt hatte und seinen ersten Erfolg seit Brasilien im vergangenen November feierte: „Ich freue mich, wieder hier auf der Position eins zu stehen.“
Hinter Verstappen schaffte es WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli dank einer Aufholjagd von Startplatz sieben auf den dritten Rang. Im Titelkampf baute der italienische Mercedes-Shootingstar damit seinen Vorsprung gegenüber Lewis Hamilton, der spät eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse kassierte und Fünfter wurde, auf 50 Punkte aus.
Vor Hamilton wurde dessen Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc Vierter. George Russell kassierte im zweiten Silberpfeil wieder einen heftigen Dämpfer, nach einem katastrophalen Start erreichte er nur Rang sieben. Für Nico Hülkenberg endete derweil seine persönliche Durststrecke. Der Emmericher belegte in seinem Audi Rang neun und sammelte seine ersten Punkte. „Es war immer irgendwie irgendwas“, sagte Hülkenberg bei Sky. Die ersten Zähler seien nun die „Belohnung“.
Dann rückte aber wieder das Geschehen auf dem Hungaroring in den Fokus. Während sein erster Verfolger Leclerc am Start weit zurückfiel, behauptete Polesetter Norris zunächst seine Position – bis er in Kurve zwei zu weit hinaus kam. Teamkollege Oscar Piastri nutzte die Gunst der Stunde und übernahm die Führung. Weiter hinten setzten sich derweil für Russell die Probleme fort, weil sein Silberpfeil nur schleppend in die Gänge kam, rutschte dieser bis auf Platz 18 ab.
Für beide Ferraris lief es nicht wie geplant. Hamilton und Leclerc hatten auf die schnelleren soften Reifen gesetzt, doch in den ersten Runden hingen sie auf den Plätzen vier und fünf hinter Verstappen auf den Mediums fest.. Die Reifen blieben Thema. Piastri und Norris lieferten sich ein Duell. In der 34. Runde wechselte dann der Australier erneut – und ärgerte sich kurz darauf, als es beim Überrunden zu einer Berührung mit Carlos Sainz im Williams kam. „Geh aus dem Weg du Idiot!“, fluchte Piastri. Doch bald rollte er aus und Norris war nicht mehr aufzuhalten.SID