Vor dem Ausbruch: Lando Norris. © Kisbenedek/AFP
Budapest – Die Sommerpause ist auch in der Formel 1 die Zeit, mal die Seele baumeln zu lassen – oder sich Luft zu machen. Nach Max Verstappen und Fernando Alonso tut das jetzt Lando Norris, der das Hybridreglement der Königsklasse und die Macher scharf kritisiert.
Beim letzten Rennen in Ungarn, das der Brite gewann, nahm der McLaren-Pilot kein Blatt vor den Mund. Norris sieht die Einführung der neuen Regeln vor allem als Folge wirtschaftlicher Entscheidungen. Zwar hätten dadurch Hersteller wie Audi oder Cadillac den Einstieg gewagt, doch dafür sei der sportliche Charakter auf der Strecke geblieben. Mit anderen Norris-Worten: Die neuen Regeln wurden nicht für den Sport gemacht – sondern fürs Geschäft.
Doch damit nicht genug! Norris legt nach und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ausrichtung der Königsklasse. „Es geht nicht mehr darum, wie man den Sport so gut wie möglich machen kann, sondern darum, wie man als Unternehmen möglichst viel Geld verdient. So sollte ein Sport nicht geführt werden.“ Besonders brisant: Schon Anfang des Jahres hatte Norris angedeutet, seine Karriere in der Formel 1 nicht bis ins hohe Alter fortsetzen zu wollen. Der Weltmeister wünscht sich eine Familie – und denkt an Abschied.
Bei den Kollegen wird die Kritik mit Wohlwollen gesehen. Besonders im Verstappen-Lager. Jos Verstappen, Vater des Red-Bull-Superstars: „Schon vor zwei Jahren hat Max gewarnt, dass dieses Reglement den sportlichen Aspekt der Formel 1 zerstört. Am Anfang stand er alleine da mit seiner Meinung, jetzt ist es gut, dass andere es genauso sehen.“RALF BACH