Zverev jagt den nächsten Traum

von Redaktion

Training in Nadal-Akademie: Tennis-Star will Abstand auf Dominator Sinner verkürzen

Auf Augenhöhe: Zverev und Sinner. © Nicholls/AFP

Mallorca – Eine Bootstour mit Rafael Nadal vor Mallorca, eine Bootstour mit Freundin Sophia Thomalla und den Dackeln vor Ibiza – seine verdiente Auszeit nach dem verlorenen Wimbledonfinale genoss Alexander Zverev in Badehose und mit stets breitem Lächeln auf dem Mittelmeer. Mittlerweile hat der deutsche Tennisstar aber wieder festen Boden unter den Füßen, er schuftet und schwitzt in der Academy von Nadal in Manacor – und will so den Grundstein für eine erfolgreiche Hartplatz-Saison legen.

Die beginnt für den Hamburger beim Masters in Montreal, wo er ab Sonntag als Topfavorit an den Start geht. Nach den Absagen von Wimbledonchampion Jannik Sinner, Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic und des Langzeitverletzten Carlos Alcaraz ist Zverev in der kanadischen Metropole mit weitem Abstand Titelanwärter Nummer eins. Das Turnier hat er 2017 bereits einmal gewonnen. Der starke Sommer brachte Schwung, der Belag liegt ihm.

„Ich sehe ihn auf den etwas schnelleren Hartplätzen extrem stark“, sagte Bundestrainer Michael Kohlmann im ran-Interview. Er traue Zverev zu, betonte Kohlmann, „dass er dort nicht nur mithalten, sondern Sinner und (Carlos, Anm. d. Red.) Alcaraz auch schlagen kann.“ Vor allem gegen den Weltranglistenersten Sinner klappte das allerdings – wie zuletzt im Wimbledonfinale – zehnmal in Folge nicht. Bis zum letzten großen Saisonhighlight, den US Open in New York (ab 30. August), will Zverev eine Lösung gegen den Dominator finden.

Und die vergangenen Monate machen Hoffnung. Durch den erlösenden Grand-Slam-Triumph in Paris spielt Zverev befreiter auf, in London stürmte er auf dem eigentlich ungeliebten Rasen mit beeindruckendem Offensiv-Tennis bis ins Finale. „Ich glaube, dass ich in diesem Jahr Fortschritte gemacht habe“, sagte Zverev. Der 29-Jährige sieht sich „auf dem richtigen Weg“. Den will er auf den Hartplätzen in Kanada und den USA weitergehen.

Denn sein großes Ziel, die Nummer eins der Welt zu werden, hat der Weltranglistenzweite weiter fest im Blick. „Ich glaube, dieses Fenster ist definitiv da. Die Chance ist vorhanden“, sagte die frühere Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic bei Sport1:.

Der Rückstand auf Sinner (13.450 Punkte) ist noch riesig, der Italiener hat aber wie New-York-Titelverteidiger Alcaraz (Spanien/8160) in den kommenden Monaten viele Punkte zu verteidigen. Zverev (8480), der bei den US Open auch im reformierten Mixed-Wettbewerb an der Seite der US-Amerikanerin Taylor Townsend an den Start gehen will, schied in Flushing Meadows im Vorjahr schon in Runde drei aus und kann Boden gutmachen. Ein achter Masterstitel in Montreal wäre schon vorher der perfekte Startschuss für die Aufholjagd.SID

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