Willkommen bei den Roten! Brown. © Kunz/dpa
Ab auf den Rasen: Kompany mit Brown. © Ruiz
Mittendrin statt nur dabei: Brown am Mittwochvormittag im Training. Man sah direkt, dass er den Konkurrenzkampf (hier: Kimmich) nicht scheut. © Ruiz
Rottach-Egern – Überpünktlich, sogar eine Minute zu früh, betrat Nathaniel Brown am Mittwoch das Podium im Hotel Egerner Höfe. Und als sich der 23-Jährige in den Polsterstuhl fallen ließ, sah man ihm den Stolz darüber, endlich offiziell ein Spieler des FC Bayern zu sein, direkt an. Brown schaute sich um, grinste – und sagte: „Ich freue mich riesig, endlich hier zu sein.“ 24 Minuten später wusste man, dass sich auch der FC Bayern auf diesen jungen Mann freuen kann, der ab sofort mit der „11“ aufläuft. Eine Rückennummer mit großen Fußstapfen, die unter anderem Karl-Heinz Rummenigge, Stefan Effenberg oder Champions-League-Finalheld Kingsley Coman getragen hatten.
In roter Bettwäsche hat „Nene“ Brown zwar als Bub nicht geschlafen. Wer aber in Amberg – also keine 200 Kilometer entfernt von München – aufwächst, hat die Liebe zum FC Bayern zweifellos in die Wiege gelegt bekommen. „Bei uns war jeder Bayern-Fan“, erzählte Brown und machte damit nicht nur den neben ihm platzierten Max Eberl glücklich. Als „jung, bayerisch, flexibel“ bezeichnete der Sportvorstand den Neuzugang, verbunden mit Worten, an denen sich Brown (Vertrag bis 2031) ab sofort messen lassen muss: „Er ist der Spieler, dem die Zukunft gehört.“
Dass Brown keine Anpassungsschwierigkeiten hat, ist da nur gut. „Die meisten kenne ich schon, die anderen lerne ich gerade kennen“, sagte der DFB-Kicker. Einen Crashkurs ins Teamgefüge wird es ab Samstag in Südkorea und Hongkong geben. Wie praktisch, dass Brown „noch nie in Asien“ war.
50 Millionen Euro haben die Bayern an Frankfurt überwiesen, laut Eberl bestens investiertes Geld. „Als sich die Chance aufgetan hat, mussten wir zuschlagen“, sagte er. Dass Brown einer für Bayern ist, habe die Entwicklung in der letzten Saison bestätigt. Frankfurt kriselte, aber „Nene hat trotz des Drucks gezeigt, was für eine Qualität er hat. Das brauchst du bei Bayern!“ Brown sagte über seine letzte Saison im Eintracht-Trikot: „Ich habe gelernt, dass man immer weitermachen muss.“
Im Kader von Vincent Kompany wird er in der Nach-WM-Saison eine andere Rolle haben. Auf der linken Abwehrseite steht er in Konkurrenz zu Alphonso Davies, sein Ziel: „Ich will einfach zeigen, was ich kann.“ Tempo und Gespür für den Raum etwa, bei „Kopfbällen und dem Verteidigen hinter meinem Rücken“ bestehe hingegen noch Luft nach oben. Das weiß Brown, hat es aber auch aus Kompanys Mund schon erfahren. Der Trainer fordert in den ersten Trainings am Tegernsee Vollgas. „Beeindruckend“, findet Brown. Das Motto seiner Vorstellung lebt er auch auf dem Platz: keine Zeit verlieren!H. RAIF, M. BONKE