Auch privat stimmt es: Tadej Pogacar mit seiner Freundin Urska Zigart. © Belingheri/dpa
Demonstration der Sonderklasse: Unter anderem beim Teilstück im Elsaß ließ Pogacar die Konkurrenz chancenlos. © Venance/AFP
München – Für Jan Ullrich ist er der „größte“ Radprofi der Gegenwart, für Lance Armstrong sogar „der Größte aller Zeiten“. Mit seinem historischen Triumph bei der Tour de France hat sich Tadej Pogačar endgültig in den Radsport-Olymp katapultiert. Als erst fünfter Profi nach Jacques Anquetil und Bernard Hinault (Frankreich), Eddy Merckx (Belgien) und Miguel Indurain (Spanien) vereint der Slowene nun fünf Siege bei der legendären Rundfahrt auf seinem Namen. Was macht den 27-Jährigen zum Ausnahme-Athleten einer neuen Generation?
Einblicke liefern jetzt die Daten seines Fitness-Armband-Herstellers WHOOP, die das Unternehmen veröffentlichte. Sie geben einen faszinierenden Einblick in den Körper des Tour-Dominators.
Ruhepuls
Ein entscheidender Wert für Ausdauersportler ist der Ruhepuls. Er zeigt, wie effizient das Herz arbeitet und wie gut sich der Körper regeneriert. Bei Pogačar sorgt schon dieser Wert für Staunen: Sein Ruhepuls liegt bei gerade einmal 38 Schlägen pro Minute. Zum Vergleich: Für gesunde Erwachsene liegt der ideale Ruhepuls meist zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Auch sein sogenanntes biologisches WHOOP-Alter ist außergewöhnlich. Die Analyse sieht seinen Körper rund zwölf Jahre jünger als sein tatsächliches Alter. Heißt: Biologisch gesehen ist der Alles-Gewinner gerade einmal 15 und noch zu reichlich großen Taten fähig. Für die Konkurrenz um Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel & Co. verheißt das nichts Gutes.
Belastung
Mit dem sogenannten Strain-Wert misst Whoop die tägliche Belastung auf einer Skala von 0 bis 21. Schon Werte zwischen 10 und 12 bedeuten eine aktive Belastung – etwa durch eine lockere Trainingseinheit oder Regeneration. Pogačars Ruhetage während der Tour waren deshalb keine echten Pausen. Seine Werte von 11,6 und 10,2 zeigen: Auch an freien Tagen blieb sein Körper in Bewegung. Noch beeindruckender ist sein Tour-Durchschnitt: Mit einem Strain-Wert von 19,9 wurde sein Körper fast täglich extrem gefordert.
Schlaf
Pogačar selbst betonte während der Tour, wie wichtig Schlaf für die Regeneration ist. Gerade in drei Wochen Frankreich-Rundfahrt entscheidet nicht nur die Kraft in den Beinen. Auch die Erholung zwischen den Etappen wird zum Erfolgsfaktor. Laut WHOOP schläft der Slowene während der Tour deutlich mehr als in der Vorbereitung. Während der Frankreich-Rundfahrt kam er durchschnittlich auf 8,1 Stunden Schlaf pro Nacht. Wobei Pogacar während der Tour auch betonte, dass er sich in Punkto Schlaf besondere Fähigkeiten zugelegt hat. Zur Not half er mit Flexibilität nach. In der überhitzten ersten Woche verlagerte er sogar einmal sein Schlafquartier auf den Hotelbalkon. In der ruhigen Vorbereitungsphase vor der Tour, in der sein Körper noch einmal Kraft tankte, schlief Pogačar im Schnitt 6,9 Stunden pro Nacht.