München – Auf der Homepage der Bundesliga gibt es schon einen Monat vor dem Start der Spielzeit 2026/27 einen Liveticker. „Alles zur Japan-Tour des BVB“ lautet die Überschrift der Unterseite, die täglich mit mehreren Updates bespielt wird. Reisefotos, Fan-Eindrücke und Social-Media-Posts: Wer wissen will, wie es Borussia Dortmund in der Ferne ergeht, verpasst nichts. Ein netter Service – oder doch das Ausschlachten der wenigen Auslandsvermarktung, die die 36 Clubs der 1. und 2. Liga proaktiv angehen?
Die Lage ist nämlich übersichtlich: RB Leipzig war nach der Saison in Südafrika, der BVB ist zum vierten Mal in Japan – und die Bayern heben am Samstag ab in Richtung Südkorea und Hongkong. Das war‘s! Und dass diejenigen, die sich mehr als 20.000 Reisekilometer antun, darüber nicht gerade amüsiert sind, ist nur logisch. Nicht nur über „ein mögliches Risiko zu schimpfen, sondern die Chancen zu sehen“ – das forderte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer. Bayerns CEO Jan-Christian Dreesen legt im Münchner Presseclub nach: „Es kann nicht sein, dass nur Leipzig und Dortmund und wir international unterwegs sind.“
Sein Vorwurf: Geldgier ohne Engagement. Dreesen: „Und dann haben wir alle drei, vier Jahre das Getöse und Getöne um die Verteilung der internationalen Fernsehgelder. Das ist abstrus!“ Zumal der Trend rückläufig ist. Vor zwei Jahren waren noch sechs deutsche Teams unterwegs. Rütteln die Worte auf?H. RAIF, M. BONKE