Dringlichkeitssitzung bei der Uefa

von Redaktion

Boykottiert Europa die WM? – Watzke: „Absoluter Angriff“, Eberl: „Ekelt mich an“

Aki Watzke ist der deutsche Uefa-Vertreter. © Stache/dpa

Nyon – Die Pläne der Fifa, Anteile der WM an private Investoren zu verkaufen, erreichen die höchsten Kreise der europäischen Politik. „Die unaufhaltsame Kommerzialisierung des Fußballs hat zerstörerische Auswirkungen“, schrieb der EU-Sportkommissar Glenn Micallef auf X: „Hände weg von unserem Sport.“ Zudem wies der Politiker aus Malta darauf hin, dass das Vorhaben der Fifa „wettbewerbsrechtliche Fragen“ aufwerfe. Die EU-Kommission werde die Pläne „sorgfältig“ prüfen.

Bereits heute soll es zu einer Dringlichkeitssitzung der Uefa kommen. Vizepräsident des Uefa-Exekutivkomitees ist Hans-Joachim Watzke. Er sagte im „Kicker“: „Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der Fifa als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich.“ Die Einigkeit unter den Mitgliedsverbänden der Uefa sei groß, betonte Watzke, „das haben mir mehrere Gespräche gezeigt, die ich in den vergangenen Tagen mit Aleksander Ceferin (Uefa-Präsident, d. Red.) und anderen Kollegen geführt habe.

Bayerns Sportvorstand Max Eberl „schämte“ sich dafür. „Der Fußball gehört uns nicht“, betonte der 52-Jährige. Er habe das Gefühl, die Fifa sei dafür da, „nur Profit zu machen. Mich ekelt das an.“ Käme es zur Umsetzung, „wäre ich dafür, dass wir als Europa eine starke Stirn bieten und sagen: Nein, da machen wir nicht mit.“ DFB-Präsident Bernd Neuendorf sprach im ZDF von einem „fatalen Zeichen, die Fußball-WM für Investoren zu öffnen. Der Fußball lebt von der Akzeptanz der Gesellschaft, wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen.“

In einer neuen Stellungnahme kommentierte die Uefa die Frist, die die Fifa ihren Verbänden zur Annahme höherer Auszahlungen gesetzt hat (19. September). „Das sagt bereits alles aus, was man über diesen Plan wissen muss. Die Fifa darf unseren Sport nicht weiterhin dazu nutzen, sich selbst und ihre Freunde zu bereichern.“

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