Iron-Mama macht Schluss

von Redaktion

Dreifachmutter Bleymehl: Nur noch Hawaii

Der letzte Fokus liegt auf Hawaii.

München – Wer das Leben von Triathletin Daniela Bleymehl ein wenig verfolgt hat, fragte sich immer schon: Patchworkfamilie mit drei Kindern, Langdistanztraining und ein eigener Podcast – wie bringt die Frau das alles unter einen Hut? Aber sie hat es geschafft. Sehr lange zumindest. Sieben Monate nach der Geburt ihres dritten Kindes knackte die Athletin aus dem Team Erdinger Anfang Mai sogar noch einmal die Hawaii-Quali.

Doch die Ironman-WM am 10. Oktober wird nun auch ihr letztes Rennen werden. Die Erkenntnis reifte vor und während der Challenge Roth, die sie mit Rückenproblemen abgeschlagen abschloss. „Ich hatte das Gefühl, dass ich meinen Erwartungen nicht mehr gerecht werde“, erklärt Bleymehl. „Nicht nur als Athletin, sondern auch in meinen anderen Rollen.“ Das Konstrukt – ihr Mann Moritz arbeitet im Schichtdienst als Arzt – war ohnehin immer auf Kante genäht. Doch die mittlerweile 37-Jährige wollte immer beweisen, dass beides geht: Kind und (Sport-) Karriere.

„Ich hatte das Gefühl, dass ich meinen Erwartungen nicht mehr gerecht werde“

Wer im Wettkampf 3,8 km schwimmt, 180 km Rad fährt und im Anschluss noch einen Marathon läuft, der braucht viel Umfang und muss eine Menge entbehren. Viele Profis trainieren 30 bis 35 Stunden pro Woche. Die gebürtige Essenerin schaffte zuletzt immerhin noch bis zu 20 Stunden. „Von der Familienzeit möchte ich nichts abschneiden“, sagte Bleymehl schon im Frühjahr. Da träumte sie noch von ein paar weiteren Profijahren.

„Es tut weh, dass dieses Kapitel anders endet, als ich es mir erhofft hatte“, schreibt die fünfmalige Ironman-Siegerin. „Aber es gibt nichts zu bereuen. Ich würde den Weg genauso wieder gehen.“ Die letzte Abzweigung führt sie nach Kona. „Was ein wilder Ritt“, kommentierte ihr Coach Nils Görke. „Ich bin sehr happy, dabei sein zu dürfen.“MATHIAS MÜLLER

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