Max Eberl am Mittwoch in Rottach-Egern. © Szilagyi/EPA
Rottach-Egern – Schluss mit der Geheimniskrämerei im aktuellen Transfersommer – zumindest beim FC Bayern. Sportvorstand Max Eberl hat die Kaderpläne des deutschen Rekordmeisters im Rahmen des Tegernsee-Trainingslagers offengelegt. Mit den Neuzugängen Nathaniel Brown (23/Eintracht Frankfurt) und Isamel Saibari (25/PSV Eindhoven) sind laut Eberl sämtliche Einkaufsaktivitäten abgeschlossen: „Wir haben sehr schnell unsere Stellen geschlossen. Wir sind eigentlich fertig mit den Zugängen.“ Über die vielen Sommer-Transfergerüchte rund um den Klub musste Eberl „sehr, sehr schmunzeln“.
Aus Belgien ploppten jüngst Meldungen auf, dass die Münchner an einem Transfer von Charles De Ketelaere von Atalanta Bergamo interessiert seien. Der Sportchef erteilte diesen Spekulationen eine klare Absage. „Es hat mich sehr amüsiert, weil an all den Namen, die mit uns in Verbindung gebracht wurden, null dran war.“ Ursprünglich hätten die Münchner vorgehabt, einen Linksaußen zu erwerben, berichtete Eberl, die entsprechenden Kandidaten seien aber zu teuer gewesen. Stattdessen haben sie Allzweckwaffe Brown verpflichtet und den verliehenen Arijon Ibrahimovic aus Heidenheim zurückgeholt.
Ebenso deutlich – aber weniger überraschend – benannte der 52-Jährige die Verkaufskandidaten Joao Palhinha (31), Sacha Boey (25) und Bryan Zaragoza (24): „Sie haben keine Zukunft bei Bayern. Wenn sie bleiben wollen, wird es hart, weil wir nicht mit ihnen planen. Dann werden sie keine Rolle spielen.“ Sollte für Abwehrspieler Hiroki Ito (27) ein Angebot ins Haus flattern, würden sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße zumindest gesprächsbereit zeigen. Anders sieht es bei Alphonso Davies aus, der ebenfalls als möglicher Verkaufskandidat gehandelt wurde: „Bei Alphonso kann ich einen Wechsel ausschließen.“
Bei Michael Olise umso mehr. Die Spekulationen um einen Wechsel des Franzosen zu Real Madrid hat Eberl aufgrund der Größe der beteiligten Klubs „verstanden, das gibt Clicks. Aber irgendwann wurde es echt mühsam. Ich bin jetzt froh, dass das Thema hoffentlich fast weg ist und wir wieder Spaß haben an seinem Fußball.“
Das Thema Verkäufe wird auch entscheidend sein, wenn bei der Aufsichtsratssitzung im August final über die Zukunft von Eberl entschieden wird. Zur Erinnerung: Am Tag des Pokal-Endspiels in Berlin ließ Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit der Aussage aufhorchen, dass es noch Zweifel an einer möglichen Vertragsverlängerung geben würde. Der Sportvorstand reagierte souverän, als er darauf angesprochen wurde: „Ich weiß es nicht, das ist nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe ist es, einen Kader zu bauen, der Erfolg bringen kann, Werte hat und mit dem man sich identifizieren kann. Und dann wird man über mich entscheiden.“
Immerhin gab es laut Eberl eine Aussprache zwischen ihm und Hoeneß: „Es braucht sich keiner Gedanken machen. Es ist alles fein.“ So wie die bisherigen Transferplanungen.M. BONKE, H. RAIF