Er träumt von der Premier League: Freiburgs Noah Atubolu. Und der Sport-Club will an seinem Verkauf groß verdienen. © Tom Weller/dpa
Freiburg – Noah Atubolu arbeitet derzeit ziemlich einsam an der Erfüllung seines großen Traums. Während seine Teamkollegen vor malerischer Alpenkulisse im Trainingslager gemeinsam für die kommende Saison schuften, ist der langjährige Stammtorhüter allein zu Haus. Der 24-Jährige trainiert 260 Autokilometer nordwestlich von Schruns individuell auf dem heimischen Übungsgelände des SC Freiburg – und gehört wie schon in weiten Teilen der Vorbereitung nicht zur Mannschaft.
Denn ein Jahr vor Vertragsende hatte Atubolu beim Europa-League-Finalisten seinen Wechselwunsch hinterlegt, er würde sich gerne über einen Spitzenclub der Premier League für die deutsche Nationalmannschaft empfehlen. Die Breisgauer verpflichteten daraufhin frühzeitig den Bremer Mio Backhaus für die Vereinsrekordablöse von 12 Millionen Euro als Ersatz – und komplettierten damit ihr Torhütertrio um die Ersatzkeeper Florian Müller und Jannik Huth.
Problem nur: Atubolu ist auch Ende Juli noch Spieler des Sport-Clubs, einen neuen Verein hat er trotz famoser Vorsaison samt zwei DFB-Nominierungen nicht gefunden. „Vielleicht haben wir alle ein bisschen unterschätzt, wie spät Tempo in diesen besonderen Torwartmarkt kommt“, sagte SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach im kicker: „Gerade in einem WM-Jahr wollen sich viele Klubs auf der neuralgischen Torhüter-Position nicht so früh festlegen. Die Dominosteine sind noch nicht so gefallen.“
Deshalb müssen sich sowohl der fernab seiner Mannschaft trainierende Atubolu als auch der auf eine Ablöse von rund 20 Millionen Euro hoffende Sport-Club in Geduld üben. Der gebürtige Freiburger soll den Aufsteigern Hull City und Coventry City abgesagt haben und auf die für ihn bestmögliche Lösung warten. Lose Gerüchte gab es zuletzt um Europa-League-Sieger Aston Villa oder den FC Bournemouth, auch Juventus Turin soll interessiert sein.
Doch Atubolu bevorzugt wohl die Premier League. Schließlich sei er „von klein auf großer Fan“ der englischen Elite-Liga.
Der Austausch sei „weiter wirklich sehr eng und vertrauensvoll“, betonte SC-Sportdirektor Hartenbach. Dennoch hoffen natürlich beide Seiten auf eine fixe Lösung. Atubolu selbst würde sich nur zu gerne schnell am Sehnsuchtsort Premier League dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp empfehlen, schließlich ist die Rolle der Nummer eins im deutschen Tor vakant. Der erneut zurückgetretene Manuel Neuer hatte bereits im Vorjahr vom Freiburger geschwärmt: „Ihm stehen alle Türen offen für die Zukunft.“
Aber erst muss Atubolu den passenden Verein finden.SID