Das Gesicht: Mentor Dennis Schröder. © Stache/dpa
Das neue Gesicht des Basketballs: Der LGCY-Auftakt in Berlin kam gut an. © Stache/dpa
München – Der Auftakt in Berlin konnte sich schon einmal sehen lassen. 2000 Menschen wollten miterleben, was Deutschlands Ausnahme-Basketballer Dennis Schröder & Kollegen da so treiben – die Arena meldete damit ausverkauft. Das ist für Teil zwei am 9. August im ungleich größeren Münchner BMW Park noch nicht ganz der Fall. Aber klar ist schon jetzt: Auch das Finale wird ankommen.
„LGCY“ heißt der Spaß, es ist das Kurzwort für den englischen Begriff Legacy (Vermächtnis). Und die Sache hat viel von den wilden Fußball-Hallenevents, die in den letzten Jahren ins Leben gerufen worden waren. Mit dem Unterschied: Basketball ist ein Fall vor allem für Profis. Mit dabei in den acht Teams sind neben Schröder nicht zuletzt auch Franz Wagner, Andi Obst oder Isaac Bonga. Das Beste vom Besten also, was der deutsche Basketball zu bieten hat.
Der Grundgedanke ist: Jede Menge Show. Eine stärkere Verbindung zu Musik und Kultur, innovative Regeln – Schröder will mit dieser Mischung neues, jüngeres Publikum für seinen Sport gewinnen. Oder wie es die Turnier-Macher in einem Instagram-Post schrieben: „Das Spiel neu definieren. Dennis Schröder bricht die Regeln.“ Gespielt wird, wie im BMW Park ohnehin üblich, auf digitalem Glasboden, auf dem zusätzliche Einblendungen wie ein Vierpunktspot einfach dargestellt werden können. Als Spielzeit sind zunächst viermal fünf Minuten veranschlagt – die Partien werden also deutlich kompakter gehalten als etwa in der Bundesliga (viermal zehn Minuten) oder der NBA (viermal zwölf Minuten).
Identisch ist, dass im Fünf-gegen-Fünf gespielt wird. Doch es soll insgesamt weniger Pausen und Unterbrechungen geben als im Vereins-Basketball, dazu eine Angriffsuhr mit 20 statt 24 Sekunden. Bei Dunks sind zudem drei statt wie üblich zwei Punkte angedacht, um das Spiel attraktiver zu gestalten.
Was daraus wird, bleibt abzuwarten. Für den Moment ist LGCY als Sommerpausen-Serie angelegt. Doch auch das könnte in den nächsten Jahren schwer unterzubringen sein. 2027 wartet auf die deutschen Basketballer die Mission Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft in Katar. Ein Jahr später geht es in Los Angeles um olympische Medaillen. Da bleibt nicht viel Raum.
Die Basketball-Bundesliga (BBL) ist derzeit noch unentschlossen, was sie von der Sache denn halten soll. „Es wird experimentiert, ich finde es prinzipiell positiv“, sagte BBL-Geschäftsführer Holz. Und doch sei man sich bei „LGCY“ noch unschlüssig, „ob das unser Bier ist oder nicht“.RP/DPA