„Tausendmal stärker“

von Redaktion

Klara Bleyers Erfolg fühlt sich surreal an

Neues Synchron-Duo: Klara Bleyer, Maria Denisova. © IMAGO

Paris – Natürlich ist Klara Bleyer meistens im Wasser. Stundenlang. Doch zuletzt trainierte die erste deutsche Synchronschwimm-Europameisterin vermehrt im Trockenen. „Ich arbeite viel vor dem Spiegel an meiner Mimik“, erzählt die 22-Jährige, „da kommt man sich ein bisschen doof vor, aber es gehört halt dazu.“ Die „Artistic Impression“, der künstlerische Eindruck, gibt Bleyer das größte Verbesserungspotenzial. Was die technischen Schwierigkeiten angeht, ist die Bochumerin schon Weltspitze. Dennoch reichte es bei der WM im vergangenen Jahr „nur“ zu fünften Plätzen in den Solo-Finals.

Bei der EM in Paris geht die Sportsoldatin als Titelverteidigerin im freien Solo an den Start und findet es „ein bisschen surreal“. Dass sie vor einem Jahr auf Madeira als erste Deutsche EM-Gold im Solo gewann, sei „noch immer krass“.

Perspektivisch wichtiger ist aber das Duett mit ihrer neuen Partnerin Maria Denisova. Denn ihre Paradedisziplin Solo (drei Weltcup-Erfolge diese Saison) ist nicht olympisch. Und Bleyer möchte als erste deutsche Synchronschwimmerin nach Monika Müller und Margit Schreib 1992 in Barcelona wieder an den Sommerspielen teilnehmen. Als Deutsche, die aus keiner der klassischen Synchronschwimmnationen kommt, müsse sie „tausendmal stärker“ sein als ihre Konkurrentinnen, um „in die Köpfe der Wertungsrichter“ zu kommen.

Dabei ist auch finanziell viel Eigeninitiative gefragt. Im vergangenen Jahr musste Bleyer rund 20.000 Euro selbst zuschießen. Um bei der WM in Singapur starten zu können, sammelte der DSV bei einer Spendenaktion 17.000 Euro ein. Ihre Weltcup-Prämien investiert sie sofort wieder – etwa für Flüge zur spanischen Ex-Weltmeisterin Ona Carbonell, mit der sie an ihrer Choreografie arbeitet.SID

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