Normann Stadler, zweifacher Hawaii-Champion. © Instagram
Mannheim – Auf seinen langen Weg zurück nach Hawaii nimmt Normann Stadler jeden mit, der ihn begleiten will. Bei Instagram führt der einstige Triathlon-Weltmeister ein Video-Tagebuch, informiert über Steigerungsläufe, Watt-Zahlen oder Schwimm-Einheiten im Freibad. Seine Botschaft 75 Tage vor dem Start des Ironman in Kona: „Der Norminator wacht langsam auf.“
Vor 20 Jahren war Stadler der härteste aller Eisenmänner. Auf Hawaii gewann er nach 2004 seinen zweiten WM-Titel. Nach Thomas Hellriegel 1997 war er der zweite Deutsche, der beim legendären Rennen mit dem 3,86 km langen Schwimmen im Pazifik, der 180,2 km langen Radstrecke an der hügeligen Küste und dem abschließenden Marathon (42,195 km), triumphierte.
2011 brach Stadler plötzlich zusammen, die Diagnose, die auf seinen Schwächeanfall folgte, war aber noch niederschmetternder. Die Ärzte entdeckten ein 6,8 cm großes Aortenaneurysma und eine defekte Aortenklappe. Mehrere Stunden operierten sie ihn am offenen Herzen in Heidelberg, Stadler nennt es sein „Herzschlagfinale“.
Die Karriere war schlagartig vorbei, zurück blieb eine Narbe auf der Brust, die Stadler daran erinnert: „Leben plant man nicht, Leben ist!“ Im Kreise seiner Familie erholte er sich, im Jahr seiner Reha kam sein zweiter Sohn zur Welt. Stadler nahm neue Ziele in den Blick, wurde Motivationscoach, Trainer, doch der Ironman auf Hawaii ließ ihn nicht los.
Also verkündete er zu Beginn dieses Jahres sein Comeback. Mit 53 Jahren will er zurück nach Kona, an „den schönsten Ort“, den er sich vorstellen kann. Druck mache er sich keinen, „ich muss ja niemandem mehr etwas beweisen“, sagt Stadler. Und doch quält er sich früh morgens aus dem Bett, schwimmt, radelt und läuft nach abgestimmten Trainingsplänen. „Fühlt sich an wie früher“, sagt Stadler, „ich bin happy mit dem Fortschritt.“ Und verletzungsfrei. Gesund. Das ist längst das Wichtigste geworden.SID