Wechselte Ortivero Calderon und damit den Treffer zum Unentschieden ein: Alper Kayabunar © IMAGO/Julien Christ
Premierentor: 1860-Zugang Michael Eberwein trifft zum 1:1 in Schweinfurt. © IMAGO
Kaum zu stoppen: 2026-Abiturient Arian Ortivero Calderon. © Christ / Imago
Schweinfurt – Dennis Dressel musste grinsen, als er nach Spielende in die ihm bekannten Gesichter der wartenden Reporter blickte: „Mit Euch habe ich lange nicht mehr gesprochen“, frohlockte der neue Kapitän des TSV 1860 München. Vier Jahre nach seinem Abschied führte Dressel eine Löwen-Mannschaft aufs Feld, die zu überzeugen wusste in Schweinfurt. Mit einem Sieg zum Start wurde es aber nichts – am Ende stand beim historischen Liga-Auftakt der Spielbetriebs-GmbH ein 2:2 (1:1) auf der Anzeigetafel. Zu wenig, urteilte Dressel: „Es wäre deutlich mehr drin gewesen, wir hatten uns auch mehr verdient.“
Um 14.05 Uhr an diesem Samstagnachmittag jedoch hätte der 27-Jährige den Punktgewinn wohl mit Handkuss genommen. Soeben hatten seine Sechzger nach 101 (!) Sekunden bereits das erste Gegentor schlucken müssen. Jason Prodanovic nutzte eine Schlafmützigkeit der Löwen aus und traf per Kopf zur ganz schnellen Führung. „Joa, hätte besser losgehen können, das Spiel“, wusste auch Dressel.
Doch die Löwen reagierten unbeeindruckt, vergaben in Person von Florian Niederlechner nach knapp 20 Minuten die Ausgleichschance aus wenigen Metern. Zehn Minuten später machte es dessen Sturmpartner Michael Eberwein (30) deutlich besser und verwertete eine Bell-Flanke zum umjubelten 1:1-Ausgleich. Der historisch erste Treffer in der Regionalliga für die Spielbetriebs-GmbH. „In seinem ersten Spiel direkt zu treffen, ist natürlich etwas Besonderes“, freute sich Eberwein nach dem Abpfiff.
Die Torquote des ehemaligen Dortmunders nach seinem ersten Spiel kann sich sehen lassen, die eines jungen Sturmkollegen jedoch stellt alles in den Schatten. Arian Ortivero Calderon machte in Schweinfurt da weiter, wo er in der Vorbereitung aufgehört hatte. Sekunden nach seiner Einwechslung schraubte sich der 1,95-Meter-Mann in die Luft und köpfte zum 2:2-Endstand ein. Zuvor war eine Elfmeterparade von Vitus Eicher wertlos geblieben, da Michael Dellinger den Abpraller zum zwischenzeitlichen 2:1 nutzte.
Das letzte Wort aber hatte Calderon mit seinem Treffer, der eine Auftaktpleite der Sechzger verhinderte. Goldenes Händchen von 1860-Coach Alper Kayabunar?
Der resümierte: „Wir haben Arian gebracht, um Tore zu machen – das hat er dann auch schnell erledigt.“ Bereits in der Vorbereitung traf der 18-Jährige nach Belieben, häufig nach Einwechslungen.
Ortivero Calderon sammelte weitere Argumente dafür, im Heimspiel am Freitag (19 Uhr) gegen Augsburg II von Beginn an zu starten. Nicht glücklich, aber durchaus zufrieden bedankte sich der Angreifer mit seinen Kollegen bei den Fans.
Die 1860-Anhänger (über 4000 waren live vor Ort) lieferten wieder einmal eine beeindruckende Kulisse. Über der Kurve wehte das Banner mit der Aufschrift „Freiheit für Sechzig“. Für viele Löwen ohnehin das Wichtigste an diesem historischen 1. August.MARCO BLANCO UCLES