Antreiber und Dolmetscher

von Redaktion

Jeju – Auch wenn es nicht seine Lieblingsbeschäftigung ist, ist Vincent Kompany inzwischen ein echter Pressekonferenz-Profi: Für seine ruhige Art wird er im Verein geschätzt, für seine Rassismus-Kritik im Februar bekam er viel Lob aus aller Welt.

Eine derart kuriose PK wie am Montagnachmittag dürfte der Trainer aber auch noch nicht erlebt haben: Kompany nahm mit Minjae Kim im Jeju-World-Cup-Stadium Platz, wo der FCB heute seinen Test gegen den Jeju SK FC absolviert (13 Uhr, FCB-TV). Weil der koreanische Übersetzer aber kein Deutsch konnte, wurde Kompany kurzerhand zum Dolmetscher: „Aber wer übersetzt denn die deutschen Fragen für Minjae?“, fragte der Coach in die Runde und flüsterte seiner Abwehrkante die englische Übersetzung der deutschen Frage ins Ohr.

Als Kompany dann später über seinen Besuch am Sonntag beim Liga-Spiel von Jeju SK gegen Incheon United (3:3) sprach, ergänzte er einleitend mit einem Lachen: „Ich weiß jetzt nicht, ob das die Übersetzung so richtig rüberbringen kann, aber das ist mir jetzt egal, denn ich werde diese Frage komplett beantworten und dann sehen wir schon, was darüber kommt.“

Bei allen Lachern hat die Asienreise des FC Bayern aber logischerweise auch hohe Ziele. Während es den Verantwortlichen bei dem Trip nach Südkorea und Hongkong vor allem um die Auslandsvermarktung geht, muss Kompany sein Team trotzdem bestmöglich auf die anstehende Saison vorbereiten.

Kompany: „Wir können eine positive Woche haben“

Dass das mit Jetlag und Reisestress natürlich etwas schlechter funktioniert als bei einer regulären Trainingswoche in München, ist selbstverständlich. Kompany ist und bleibt aber ein Medienprofi, weswegen er versuchte, sich lieber auf die positiven Seiten einer solchen Vorbereitungsreise zu konzentrieren. „Wir können viel mitnehmen, wir können eine positive Woche haben. Aber wir brauchen das richtige Mindset“, erklärte der Coach, der in den Einheiten bei tropischer Hitze trotzdem Vollgas fordert. „Am Ende ist es schon anders, als es in München wäre. Aber wir sind es gewohnt.“

Und auch beim anderen Thema des Sommers, den Verkäufen von Palhinha, Boey und Zaragoza, blieb Kompany diplomatisch: „Es ist gut, dass es mit den Spielern klar kommuniziert wurde“, sagte er. Dennoch würde Kompany – auch das betonte er – mit jedem Spieler aber bei einem ungewollten Verbleib weiter respektvoll arbeiten.V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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