Beim großen „Pogi-Fest“ in Pogacars Heimatstadt Komenda fieberten tausende Fans mit. © Tarfila/Imago
Eigene Strecke für Pogacar, Stau gab es trotzdem.
Der Großglockner-König Frederik Nießen kam vier Minuten vor Tadej Pogacar ins Ziel. © Instagram (2)
Cerklje – Von wegen unschlagbar: Tadej Pogacar ist entgegen anderer Lehrmeinungen doch zu besiegen. Auch am Berg. Und das zeigte dem nun fünfmaligen Tour-Champion am Sonntag ein Deutscher. Wenngleich unter nicht ganz gleichwertigen Bedingungen.
Bei der „Pogi Challenge“ in seiner slowenischen Heimat kam der Großmeister nur als Achter ins Ziel (49:51,4 Minuten). Ganz vorne: Frederik Nießen (45:49,8), ein Arzt und sehr leistungsstarker Hobbyfahrer aus Deutschland. Nießen hatte in diesem Jahr bereits ein hartes Bergrennen am Großglockner in Österreich gewonnen. „Ich habe mein Lieblingsfoto von Pogacar ausgedruckt, weil es ihn perfekt beim Radfahren zeigt – genau deshalb lieben wir ihn“, sagte der Sieger bei „RTV Slowenien“: „Ich habe es an mein Fahrrad geklebt und immer wieder angeschaut, wenn ich Schmerzen hatte.“
Die Regeln der „Pogi Challenge“: Gut 1200 Amateure fahren den Krvavec-Anstieg hinauf, Pogacars Hausberg mit durchschnittlich acht Prozent Steigung auf zwölf Kilometern Länge. Pogacar lässt ihnen sieben Minuten Vorsprung und muss sie dann als Jäger einsammeln, zum Teil auf seiner eigenen abgesperrten Spur. 2025 lag nur ein Brite vor dem besten Radfahrer der Welt, diesmal waren sieben Fahrer nach mehr als 1000 zurückgelegten Höhenmetern eher oben.
„Unten gab es einen riesigen Stau und auch einen Crash. Da habe ich die ersten zwei Kilometer genutzt, um mich mit den anderen Fahrern zu unterhalten“, sagte der volksnahe Radsport-König, den die Niederlage aber dennoch wurmte: „Ich hatte die vergangenen Tage schlecht geschlafen und dann eben auch noch Pech.“
Doch der nächste große Erfolg könnte schon bald kommen. Pogacar wird bei der Vuelta starten und damit nur Wochen nach seinem fünften Tour-Erfolg den letzten noch fehlenden Titel bei den großen Landesrundfahrten angreifen. „Ich freue mich sehr, dass ich zur Vuelta zurückkehre. Ich habe dort meine erste große Rundfahrt bestritten, es war damals ein wunderbares Erlebnis“, sagte Pogacar. 2019 hatte er als Youngster in Spanien Platz drei belegt.SID/DPA