Kein Sieg, aber glücklich: Esther Henseleit. © Kirk/AFP
Lytham St. Annes – Wie eine Verliererin sah Esther Henseleit nicht aus, sie fühlte sich auch nicht so. Ganz im Gegenteil. „Nun gut, wir haben es mal versucht“, schrieb Deutschlands beste Golferin nach einer ereignisreichen Woche bei den British Open auf Instagram, dazu postete sie ganz entspannt ein lachendes Emoji samt Schweißperle. Hauchdünn hatte die Hamburgerin den ersten Major-Triumph ihrer Karriere verpasst, doch statt großer Enttäuschung überwogen Stolz und Freude. Auch auf die Zukunft.
Sie „werde auf jeden Fall versuchen, aus dieser Erfahrung und der ganzen Woche zu lernen“, kündigte die 27-Jährige direkt nach dem verlorenen Stechen auf dem Par-71-Kurs in Lancashire gegen die Japanerin Shiho Kuwaki an, schon einmal hatte sie als Olympiazweite von Paris den ganz großen Coup hauchdünn verpasst. Doch wie sie es „heute geschafft habe, das Blatt zu wenden“? Es gebe „viele Dinge, auf die ich stolz sein kann“, resümierte Henseleit.
Allen voran wahrscheinlich dieser unglaubliche Putt zum Birdie an Loch 18, der Henseleit überraschend erst in die Verlängerung vor zahlreichen euphorischen Fans im Royal Lytham & St. Annes Golf Club befördert hatte. „Meine Hände haben gezittert, als ich ihr dabei zugesehen habe“, zollte auch Widersacherin Kuwaki Respekt. Im Finale behielt sie schlussendlich die Oberhand. Auch weil sich Henseleit, die als Nummer 43 der Welt in das Turnier gegangen war, einen folgenschweren Fehler leistete.
Trösten kann sich die Golferin, wenn sie es denn muss, mit 994.669 US-Dollar Preisgeld und einem gewaltigen Sprung in der Weltrangliste.SID