Kim verschenkt Karten

von Redaktion

Verschiedene Angaben: Wie groß ist das Interesse am FCB-Test wirklich?

Herzig: Bayerns Kim mit Jeju-Spieler Dong-jun Kim. © dpa

Bereit für den ersten Test: Kimmich und Co. schuften auf Jeju. Am Dienstag steht das Freundschaftsspiel an. © fcb

Teamfoto in bester Kulisse: Als Urlaubsdestination ist Jeju bei Südkoreanern und Chinesen beliebt. Dennoch ist es schwer, das Stadion vollzubekommen. © fcb

Jeju – Als Urlaubsdestination ist Jeju bei Südkoreanern und Chinesen beliebt. In Sachen Fußball zieht die Insel allerdings nicht die Massen an. Im Schnitt besuchten in der laufenden K-League-Saison nur 5385 Zuschauer die Heimspiele von Jeju SK. Theoretisch bietet das World Cup Stadium 29 791 Fans Platz.

Auch der Ticketverkauf für das Freundschaftsspiel am Dienstag (13 Uhr, MESZ) gegen den FC Bayern soll lange Zeit eher schleppend verlaufen sein. Laut koreanischen Medien werden rund 19 000 Fans erwartet. Bayerns Marketing-Vorstand Rouven Kasper sprach am Sonntagabend von verkauften 24 000 Tickets. Auf der Pressekonferenz zum Spiel wurde am Montag von einem ausverkauften Stadion gesprochen.

Fakt ist jedenfalls: Eine Karte für Erwachsene kostet im Schnitt rund 100 Euro – ein teurer Spaß. An Schulen wurden in den vergangenen Tagen Tickets verschenkt. Eine Anfrage unserer Zeitung zum Vorverkauf ließ Vermarkter Snowball unbeantwortet.

„Wenn Harry Kane mitgekommen wäre, wäre rund 80 Prozent des Stadions gefüllt“, sagte der Ex-Augsburger Ja-Cheol Koo, der den Nachwuchs von Jeju berät und bei der Organisation des Spiels involviert war, noch vor wenigen Tagen in einem Livestream in Südkorea. Nach Bekanntwerden der Nicht-Teilnahme des Stürmers, der noch seinen WM-Urlaub genießen darf, seien die erwarteten Verkaufszahlen um 15 Prozent eingestürzt. „Das war wirklich ein Schock“, betonte Koo. Kane erreichte mit der englischen Nationalmannschaft beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko den dritten Platz und steigt erst nach der Rückkehr aus Asien wieder beim FC Bayern ein.

Immerhin: Bayerns Korea-Kante Minjae Kim bereitet seinen Landsleuten eine Freude. Wie unsere Zeitung erfuhr, kaufte der Innenverteidiger aus eigener Tasche rund 100 Tickets für Einheimische, darunter auch Freunde und Familie.

Schon vor zwei Jahren, beim bis dato letzten Marketing-Besuch des FC Bayern in Südkorea, lud Kim Hunderte Fans zum Spiel gegen Premier-League-Club Tottenham (2:1) in Seoul ein. Nun begeistert der 29-Jährige vor dem Spiel gegen Red&Gold-Partnerverein Jeju mit einer erneut starken Geste.

„Es ist die neue Saison nach der WM, das ist eine interessante Situation. Wir freuen uns sehr, dass Fans von beiden Clubs hier sein werden, um das Spiel zu feiern“, sagte Kim auf der Pressekonferenz über das Duell mit Jeju.

Lob bekam der Lokalmatador auch von seinem Trainer Vincent Kompany. „Ich muss Minjae ein Kompliment machen: Wie er sich darstellt, was er leistet auf dem Platz – und dass er nicht redet. Er ist in jeder Situation mit der richtigen Antwort da: Seine Leistungen waren immer top für uns“, schwärmte der Belgier und führte aus: „Er ist wirklich ein Abwehrmonster und richtig schnell! Ich halte sehr viel von ihm als Fußballer, aber er hat auch einen tollen Humor. Das ist sicher etwas, was die wenigsten von ihm wissen.“

Aussagen, die in Südkorea gut ankommen. Genauso wie Kims Karten-Geschenk.P. KESSLER, V. TSCHIRPKE

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