Versöhnung mit Paris: Wellbrocks erstes EM-Gold

von Redaktion

Vor allem eine mentale Meisterleistung: Kraftprotz Florian Wellbrock. © DILKOFF/AFP

Paris – Florian Wellbrock stellte den Becher mit dem Elekrolytgetränk auf den Boden, riss die Fäuste hoch und ließ die Muskeln spielen. Am Ufer der Seine posierte der Freiwasser-Dominator kraftstrotzend für die deutschen Fans auf der anderen Seite – und schloss seinen Frieden mit Paris und dem berühmten Fluss.

„Ich hatte schon noch eine Rechnung offen mit der Stadt“, gab der 28-Jährige nach seiner triumphalen Rückkehr zu. Zwei Jahre nach seinem Olympiadebakel etwas weiter flussaufwärts schwamm Wellbrock zum letzten Titel, der ihm über die zehn Kilometer nach drei Weltmeisterschaften (2019, 23, 25) und einmal Olympia (2021) noch fehlte – zu seinem ersten EM-Gold. „Dieses Puzzleteil jetzt für das Gesamtbild zu haben, bedeutet mir sehr viel.“

Dass ihm in einem Nebenarm der Seine unweit des Eiffelturms gelang, was ihm vor zwei Jahren bei Olympia unter schwierigeren Bedingungen verwehrt geblieben war, überraschte ihn selbst. „Rein physisch hätte ich heute nicht gewinnen dürfen“, meinte Wellbrock, „das war eine mentale Meisterleistung.“

Von Beginn an war der Magdeburger vorneweg geschwommen, hatte das Feld kontrolliert, ehe er in der vorletzten der acht Runden vom Ungarn David Betlehem und dem Olympiazweiten Oliver Klemet überholt wurde. Vor zwei Jahren bei Olympia war er etwa zum selben Zeitpunkt eingebrochen und am Ende auf Platz acht gelandet – jetzt kämpfte er sich zurück und siegte noch souverän vor Betlehem und Klemet.

Nach dem überraschenden Triumph wollte Wellbrock erst mal „ein bisschen Mensch sein“, bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen.SID

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