Nette Abwechslung: Tennisstar Alcaraz beim Finale der Fußball-WM (mit Model Yung Ho-yeon). © MULLAN/AFP
Cincinnati – Die Nachricht, die das Spitzentennis rund dreieinhalb Wochen vor Beginn der US Open in Aufruhr versetzte, kam ziemlich nüchtern daher. „Carlos Alcaraz hat seine Teilnahme an den Cincinnati Open zurückgezogen“, schrieb der Veranstalter des Masters-Events im US-Bundesstaat Ohio in den Sozialen Netzwerken. Die Tragweite dieser Zeilen ist groß. Schließlich droht der Titelverteidiger aufgrund seiner hartnäckigen Handgelenksverletzung nicht nur das wichtige Vorbereitungsturnier zu verpassen, sondern auch den Grand Slam in New York City.
Alcaraz selbst beteiligte sich zunächst nicht an den Spekulationen. Doch die Befürchtung vieler Fans, dass ab 30. August auch das dritte Major-Turnier nacheinander ohne den 23-Jährigen auskommen muss, hat neue Nahrung erhalten. Seit April hat Alcaraz kein Match auf der ATP-Tour mehr bestritten – die komplizierte Verletzung aus der ersten Runde des Turniers in Barcelona bremst ihn noch immer aus.
Dabei war es zuletzt doch merklich bergauf gegangen. Er sei „auf dem richtigen Weg“, ließ Alcaraz verlautbaren. Mitte Juli zeigte er sich wieder beim Training, wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch ohne Ball. Kurz darauf präsentierte er sich bestens gelaunt beim Finale der Fußball-WM der Weltöffentlichkeit. Und Ende vergangener Woche tauchten Videos auf, die den Spanier im Trainingslager in Murcia zeigen: mit neuer Flechtfrisur, aber vor allem mit Schläger, mit Ball und schon wieder mit hoher Intensität.
Doch offenbar wollen der Australian-Open-Sieger und sein Team noch immer nicht das Risiko einer Turnierteilnahme eingehen. Handgelenksverletzungen sind für die Karriere eines Tennisspielers besonders bedrohlich. Die Titelverteidigung in Flushing Meadows? Grand-Slam-Titel Nummer acht noch in diesem Jahr? Inzwischen kaum noch vorstellbar. Denn selbst wenn es Alcaraz zu den US Open schafft, stünde die Frage im Raum: Wie gut kann die Wettkampfform auf höchstem Niveau nach der langen Pause schon sein?SID