Der nächste Super-Magdeburger?

von Redaktion

Johannes Liebmann (19) könnte die Schwimmwelt erobern

Hochtalentiert und hochmotiviert: Johannes Liebmann. © dpa

Paris – Seine wohl wichtigsten Prüfungen in diesem Jahr hat Johannes Liebmann schon vor der EM-Premiere bestanden. Der 19-Jährige hat jetzt sein Abitur. „Die Note behalte ich aber für mich“, sagt das Schwimm-Supertalent. Im Trainingslager lernen, die Balance zwischen Sport und Schule finden: Liebmann ist froh, dass das jetzt vorbei ist. „Es war schon sehr stressig“, stellt er fest.

In Paris will er nun auf seiner bisher größten Bühne zeigen, was er im Wasser drauf hat. Zu seiner ersten Europameisterschaft auf der Langbahn reist er gleich als Mitfavorit. Zudem startet er an diesem Freitag (11.15 Uhr/ZDF-Livestream) im Knockout Sprint im Freiwasser. Im April überraschte Liebmann die Schwimm-Welt mit einem Europarekord über 800 Meter (7:37,94 Minuten). Nur der Australier Samuel Short war in diesem Jahr schneller. Über 1.500 Meter ist Liebmann in 14:39,67 sogar Weltjahresbester. Wer ist der junge Schwimmer vom SC Magdeburg?

„Ich nehme Johannes sehr ruhig – manchmal ein bisschen zu ruhig für sein Alter – wahr“, sagt Olympiasieger Lukas Märtens. In der wohl stärksten Langstrecken-Trainingsgruppe der Welt mit Märtens, Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock und Silbergewinner Oliver Klemet ist Liebmann der Jüngste, der ganz Großes erreichen kann.

Der Europarekordler wechselte mit 16 Jahren aus Elmshorn nach Magdeburg. „Er gehört vom Papier her sicherlich zu den Favoriten als Europarekordhalter“, sagt Coach Bernd Berkhahn, stellt mit Blick auf die Besonderheiten des Freiwasserschwimmens aber auch fest: „Er ist schon einige Rennen im Juniorenbereich geschwommen, aber noch gar nicht im Erwachsenenbereich. Das ist schwer einzuschätzen, was er hier zeigen kann.“

Der Fokus liegt für Liebmann aber ohnehin auf den Beckenrennen kommende Woche. Ein Ritual soll ihm helfen, dort die Konzentration zu bewahren. Dabei orientiert er sich an einer anderen Sportart. „Ich gehe das Rennen vorher immer einmal im Kopf durch – wie die Bobfahrer, die vorher die Strecke im Kopf einmal abfahren“, erklärt er. „Das hilft mir sehr.“DPA

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