Vier Jahre Sperre?

von Redaktion

Nada schlägt harte Strafe für Owen Ansah vor – Sprinter wehrt sich

Ausgebremst? Owen Ansah. © Hoppe/DPA

Berlin – Trotz einer drohenden mehrjährigen Sperre will der deutsche 100-Meter-Rekordler Owen Ansah um EM-Medaillen mitsprinten. Die Nachricht, dass die Nationale Anti Doping Agentur eine vierjährige Sperre wegen einer angeblich verweigerten Dopingprobe vorschlägt, kam drei Tage vor dem Beginn der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham. Dort wird Ansah in den Einzel-Wettbewerben laufen, aber nicht in den Staffeln. Schon am Dienstag stehen die 100 Meter auf dem Programm.

Direkt vor seiner Abreise zum Diamond-League-Meeting in Monaco hatte Ansah am 9. Juli daheim keine Dopingprobe mehr abgegeben, obwohl ihn ein Kontrolleur darum gebeten hatte. Aus Sicht der Nada hat der 25-Jährige vom Hamburger SV damit gegen den Anti-Doping-Code des Deutschen Leichtathletik-Verbandes verstoßen. Die Nada will ihn für vier Jahre sperren. Es wären immerhin noch drei Jahre, sollte Ansah den Vorschlag akzeptieren.

Staffeln ohne Ansah

Sein Anwalt Rainer Tarek Cherkeh teilte indes mit, Ansah werde das nicht tun. Damit wird es zu einem Disziplinarverfahren beim Deutschen Sportschiedsgericht kommen. „Unser Mandant Owen Ansah hat sich zu keinem Zeitpunkt geweigert, eine Dopingkontrolle durchzuführen. Er hat zu keinem Zeitpunkt die Abgabe einer Probe abgelehnt. Owen Ansah hat zu keinem Zeitpunkt gesagt oder den Eindruck erweckt, dass er eine Dopingkontrolle nicht durchführen wolle“, schrieb Cherkeh.

Ansah fokussiere sich nun auf die anstehende EM. Dort ist auch ein Start über die 200 Meter geplant. Der Sprinter ist derzeit nicht suspendiert und wäre eigentlich in den deutschen Sprint-Staffeln gesetzt. Doch der DLV kündigte an, auf Ansah zu verzichten.

„Nach Rücksprache mit dem Trainer-Team und den Athleten sowie um Klarheit für alle Beteiligten hier in Birmingham zu schaffen, haben wir entschieden, dass Owen Ansah bei der EM wie geplant über 100 Meter und 200 Meter an den Start gehen wird, aber nicht an den Staffel-Wettbewerben teilnimmt“, erklärte Leistungssport-Vorstand Jörg Bügner.

Der Grund: Sollte Ansah nachträglich gesperrt werden, würde eine nachträgliche Disqualifikation und die Aberkennung womöglich gewonnener Medaillen drohen. Bügner betonte aber auch: „Wir stehen gleichzeitig weiter an der Seite unseres Athleten.“

Ansah hatte in einer DLV-Mitteilung angegeben, der Kontrolleur habe außerhalb des von ihm angegebenen Zeitfensters für eine Kontrolle geklingelt. Weiter erklärte der in Mannheim trainierende Athlet, er sei unter Zeitdruck gewesen und habe so kurzfristig keine Probe abgeben können, auch weil er kurz zuvor die Toilette besucht habe.DPA

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