Marketing-Vorstand Rouven Kasper (li.) und Max Eberl, Sport-Vorstand. © Kunz/dpa
Hongkong – Schöner kann das Panorama bei einer Pressekonferenz kaum sein: Als der FC Bayern am Freitagmittag im Rosewood-Hotel in Hongkong das Fazit seiner Asienreise verkündete, sah man durch die Fenster im Hintergrund noch die Schiffe durch das Hafenbecken der Weltmetropole schippern.
Und passend dazu verkündete der Rekordmeister auch Zahlen, die ebenfalls Weltniveau haben: „Wir haben sieben Tage richtig reingehauen. Wir haben 1000 Content-Pieces (Text- und Videobeiträge) in zehn Sprachen um die Welt geschickt. Und wir haben damit 150 Millionen Menschen erreicht“, erklärte Marketing-Vorstand Rouven Kasper zufrieden. „Wir haben im Merchandising einen neuen Umsatzrekord erzielt.“
1000 Content-Pieces in zehn Sprachen
Aus finanzieller Sicht hat sich die Reise also gelohnt. Vereinspräsident Herbert Hainer hob noch einen anderen Aspekt hervor: „Das Highlight war, dass unsere Spieler nach den öffentlichen Trainingseinheiten Autogramme gegeben haben. Wenn man hier die Medienberichte in den vergangenen Tagen gelesen hat, kam ganz klar heraus, dass kein anderer Club das hier gemacht hat.“
Das Fazit dieser zehnten Audi Summer Tour fiel somit durchweg positiv aus, auch wenn es einen kleinen Wermutstropfen gab: Die Testspiele in Jeju und gegen Aston Villa in Hongkong waren trotz des ansonsten großen Interesses der Fans vor Ort nicht ausverkauft – ein ungewohntes Bild für den FCB. „Normalerweise sind die Stadien voll, wenn wir wohin reisen. Es ist aber recht interessant zu sehen, dass alle Vorbereitungsspiele diesen Sommer (in Asien; d. Red.) nicht ausverkauft sind. Wenn wir die Spiele der vergangenen Tage sehen – auch in Seoul –, sind die alle ungefähr auf dem gleichen Level“, erklärte Kasper.
Ein Grund dafür sei der andere Umgang mit bereits gekauften Tickets: „Wir haben für das Spiel gegen Jeju im Vorfeld gesagt bekommen, dass das Stadion ausverkauft ist. Dort gibt es aber die Möglichkeit, spontan Tickets zurückzugeben – das gibt es bei uns in Deutschland gar nicht“, so der 44-Jährige. Ansonsten aber habe diese Reise dem Verein mehr als gutgetan, wie auch Sportvorstand Max Eberl betonte: nicht nur mit Blick auf die internationale Strahlkraft, sondern auch auf das Team, das ähnlich wie bei der Club-WM noch einmal enger zusammengerückt sei.
Und auch wenn nun erst einmal die heiße Phase der Vorbereitung ansteht, richtete sich der Blick bereits in die Zukunft: Wohin könnte die nächste Sommertour gehen? Asien und Amerika seien die wichtigsten Märkte, aber auch Länder wie Ägypten oder Marokko seien perspektivisch interessant.VINZENT TSCHIRPKE