Fifa-Präsident Gianni Infantino. © Dyck/dpa
München – Gianni Infantino kämpft mit allen Mitteln. Während der angeschlagene Fifa-Präsident in Südamerika fleißig die Werbetrommel für sich rührt, lässt er mit seinem Weltverband via Social Media die Muskeln spielen. Nach dem gescheiterten Investorendeal ist der Verteidigungs- längst wieder dem Attackemodus gewichen. „Es wird immer deutlicher, dass es gezielte und anhaltende Bemühungen einiger Akteure gibt, die Fifa und ihren Präsidenten zu untergraben“, teilte der Weltverband in einem am Samstagabend verbreiteten Statement mit.
Zahlung an „Geliebte“?
Doch man werde „irreführende“ Berichterstattung „direkt und energisch anfechten“, drohte die Fifa. Am Wochenende waren neue Anschuldigungen gegen Infantino aufgekommen. So soll er in seiner Zeit als Uefa-Generalsekretär (2009 bis 2016) eine hohe Abfindung für eine enge Mitarbeiterin ausgehandelt haben. Das berichtete der „Telegraph“. Der britischen Tageszeitung zufolge soll die Frau seine „Geliebte“ gewesen sein. Die Uefa bestätigte auf Nachfrage eine Zahlung.
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass der Machtkampf im Weltfußball immer schmutziger wird. Der weiter mit Boykott drohende europäische Dachverband Uefa und die Fifa stehen sich unversöhnlich gegenüber. Der Weltverband warnte mit einer deutlichen Kampfansage vor einem Putschversuch. „Diejenigen, die nicht die Unterstützung der Fifa-Mitgliedsverbände haben, sollten nicht versuchen, durch Anschuldigungen, Unterstellungen oder Fehlinformationen das zu erreichen, was sie durch die etablierten demokratischen Prozesse der Fifa nicht erreichen können.“
Die Fifa werde „keinerlei Verfahren im Zusammenhang mit der Wahl des Fifa-Präsidenten unterstützen, fördern oder dulden, das im Widerspruch zu den Fifa-Statuten, den demokratischen Verfahren und dem etablierten Governance-Rahmen stehen“, schrieb der Weltverband weiter: „Der Fifa-Präsident wurde von den Fifa-Mitgliedsverbänden demokratisch gewählt und übt sein Amt weiterhin im Auftrag dieser Verbände aus.“ Im März 2027 will sich Infantino trotz aller Kritik in Rabat von den 211 Mitgliedsnationen erneut wählen lassen. Der norwegische Verband um Präsidentin Lise Klaveness hatte den Fifa-Boss zum Rücktritt aufgefordert.