Läuft wie geschmiert: Braunschweigs Doppelpacker Jan Urbich. © Schroedter/Imago
Läuft noch nicht: Wolfburgs neuer Cheftrainer Tobi Strobl. © Schroedter/Imago
Wolfsburg – Der große Aufstiegsfavorit muss sich zunächst mit einem Punkt begnügen, zwei andere Traditionsclubs starten dagegen mit einem Torfestival: Während Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg zum Zweitliga-Auftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht über ein 0:0 hinauskam, setzte sich Eintracht Braunschweig mit einem furiosen 6:1 beim 1. FC Magdeburg an die Tabellenspitze. Auch der 1. FC Heidenheim feierte beim wilden 4:3 gegen Aufsteiger VfL Osnabrück einen gelungenen Saisonstart.
In Wolfsburg wurde das torlose Remis bemerkenswert wohlwollend aufgenommen. Statt der Pfiffe, die es nach einem solchen Ergebnis vor wenigen Monaten wohl noch gegeben hätte, verabschiedeten die Fans die völlig neu formierte Mannschaft mit aufmunterndem Applaus. „Von der Energie her war es gut. Das haben die Leute auch gespürt“, sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler. Trainer Tobias Strobl sah bei seinem Zweitliga-Debüt ebenfalls Licht und Schatten: „Man hat in einigen Phasen gesehen, was für eine Qualität wir haben.“
Acht Spieler in der Wolfsburger Startelf waren in der Abstiegssaison noch nicht dabei oder spielten damals kaum eine Rolle. Vor allem die Neuzugänge Fabian Reese und Muhammed Damar deuteten gegen unbequeme Lauterer ihre Klasse an. Reese wollte von einem Fehlstart nichts wissen: „Wir wissen jetzt alle, wie schwer es ist, in der zweiten Liga erfolgreich Fußball zu spielen. Es ist ein Marathon, kein Sprint.“ Schon am kommenden Sonntag wartet im Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 allerdings der nächste Härtetest.
6:1 – Braunschweig überrollt Magdeburg
Wie ein Aufstiegsfavorit trat zum Start ausgerechnet Wolfsburgs Erzrivale auf. Eintracht Braunschweig überrollte den 1. FC Magdeburg auswärts mit 6:1 und übernahm die Tabellenführung. Der aus Gladbach gekommene Jan Urbich glänzte mit einem Doppelpack.
Noch turbulenter ging es in Heidenheim zu. Der Bundesliga-Absteiger setzte sich vor 15.000 Zuschauern mit 4:3 gegen Aufsteiger Osnabrück durch. Budu Siwsiwadse, Marcel Costly, Jan Schöppner und Marvin Pieringer trafen für die Gastgeber, die sich trotz dreier Gegentore über einen gelungenen Start freuen durften. „Wir können nicht jede Woche mutmaßlich vier Tore schießen, um Spiele zu gewinnen“, sagte Trainer Frank Schmidt.
Vor allem defensiv sah der Heidenheimer Coach noch reichlich Luft nach oben. Seine Mannschaft brachte selbst nach einer 4:2-Führung keine Ruhe ins Spiel und kassierte in der Nachspielzeit noch den dritten Gegentreffer. Kapitän Patrick Mainka nahm es pragmatisch: „Es gibt natürlich noch einiges zu verbessern. Aber mehr als drei Punkte gab es nicht zu holen.“SID