ZUM TAGE

20 Prozent Ausfall – ganz schön viel, oder?

von Redaktion

Tour Femmes

Die erste Etappe forderte gleich ihr erstes Opfer – die Französin Alison Avoine kam zwar ins Ziel, allerdings außerhalb des dafür vorgesehenen Zeitlimits. Weil zudem der Italienerin Laura Tomasi ein Sturz zum Verhängnis wurde, hatte die Tour Femmes schon zwei Fahrerinnen weniger, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte.

Am Sonntag in Nizza mussten zum Abschluss weitere sieben Damen aufgeben. Die Gesamtwertung listet letztlich noch 115 Teilnehmerinnen auf – von ursprünglich 147 gestarteten. Das entspricht einer Ausfallquote von 20 Prozent. Klingt hoch, verhält sich beim männlichen Pendant aber ähnlich.

Und Marlen Reusser? Die Schweizerin fiel auf Rang drei liegend bei einer Abfahrt auf die Nase. Peinlich für eine der Besten, oder? Nun ja, auch Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz, nachweislich zwei tolle Rennfahrer, rutschten ohne Fremdeinwirkung in die Randsteine, dass es nur so krachte. Warum? Weil der Radsport gefährlich und nicht alles jede Sekunde kontrollierbar ist.

Die Frauen-Tour war zwar deutlich kürzer – neun statt 21 Tage –, lieferte aber sonst mindestens gleichwertige Dramen. Daran hatten auch die deutschen Fahrerinnen ihren Anteil. Aktuell führt zwar (noch) keine ihr Team als Kapitänin an. Doch die Helferleistungen von Antonia Niedermaier (Katarzyna Niewiadoma, Zweite), Franziska Koch (Demi Vollering, Siegerin) und Liane Lippert (Marlen Reusser) waren herausragend.

Besonders Niedermaier, Gesamtvierte und Gewinnerin des Weißen Trikots, darf sich Hoffnungen auf eine zukünftig größere Rolle machen. Die stellte ihr auch Canyon/Sram-Sportchef Rolf Aldag in Aussicht. Wohlwissend, dass sein bisheriges Aushängeschild Niewiadoma vor einem Wechsel zu Lidl-Trek steht. Dann könnte die Rosenheimerin endlich auf eigene Rechnung fahren. Für den deutschen Frauenradsport, der bisher ein absolutes Nischendasein fristete, wäre das immens wichtig, um die wachsende Begeisterung mit einem Gesicht füllen zu können. Denn nur dann werden weitere folgen.MATHIAS.MUELLER@OVB.NET

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