Bayerns 40-Millionen-Mann

von Redaktion

Nachwuchschef Jochen Sauer sorgt durch Spielerverkäufe für volle Kassen

Auf dem Markt: Chavez gilt als Verkaufskandidat. © Imago

Verkaufstalent: Nachwuchschef Jochen Sauer. © Imago

München – Etwas mehr als drei Wochen hat das Transferfenster in der Bundesliga noch geöffnet. Bis zum 1. September haben Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund Zeit, mit Spieler-Verkäufen für Transfereinnahmen zu sorgen. Dass Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza den FC Bayern verlassen sollen, ist bekannt – und daraus machen die Bosse auch keinen Hehl mehr. „Es gibt Interesse von vielen Vereinen, aber da wird natürlich gepokert bis zum letzten Tag. Ich bin aber guter Dinge, dass da noch Bewegung hineinkommt“, gab sich Präsident Herbert Hainer am Sonntag im Rahmen des Eröffnungsspiels im Sportpark Unterhaching gelassen.

Dass Aufsichtsratschef Hainer und seine Gremiumskollegen um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bisher so entspannt mit dem Thema Verkaufserlöse umgehen, liegt hauptsächlich an Jochen Sauer und Freund. Der Nachwuchschef hat im bisherigen Transfersommer in Zusammenarbeit mit Freund mit lukrativen Verkäufen von Talenten für Einnahmen von ungefähr 30 Millionen Euro gesorgt: Noel Aseko (20/für 12 Mio. zu Eintracht Frankfurt), Jonathan Asp Jensen (20/für 7 Mio. zu Deportivo A Coruna), Jonah Kusi-Asare (18/für 6 Mio. zum FC Fulham), Ljubo Puljic (19/für 2,8 Mio. zu Atalanta Bergamo) und Lovro Zvonarek (21/für 1,5 Mio. zu Estrela Amadora).

„Es sind alles gute Fußballer, aber es werden nicht alle FC Bayern-Spieler. Und wenn sie nicht bei uns spielen können, dann sollen sie woanders spielen, und deswegen verkaufen wir“, erklärt Präsident Hainer. Hinzu kommen clevere Vertragsklauseln, die beim Weiterverkauf ehemaliger Bayern-Talente auch noch einmal für einen Millionenregen in München sorgen.

So wie bei Nestory Irankunda: Der Australier wurde im Sommer 2025 mangels Perspektive an den FC Watford verkauft – inklusive einer Weiterverkaufsbeteiligung von 40 bis 50 Prozent. Und diese Klausel könnte bald in Kraft treten, denn laut Medien soll Sporting Lissabon Interesse am 20-Jährigen haben und bereit sein, 15 Millionen Euro plus Boni an Watford zu zahlen. An diesem Transfer würden die Bayern mit bis zu 7,5 Millionen Euro mitkassieren.

Langsam aber sicher gehen Sauer die Nachwuchsspieler aus, mit denen er noch für lukrative Einnahmen sorgen könnte. Mit Felipe Chavez hat der studierte Jurist nach tz-Informationen allerdings noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer, das die Bayern-Kasse klingeln lassen könnte. Immerhin hat der 19-Jährige bereits für die peruanische A-Nationalmannschaft debütiert und durfte während seiner Leihe zum 1. FC Köln in der Rückrunde Bundesligaluft schnuppern. Als weitere Verkaufskandidaten gelten Armindo Sieb (23) und Maximilian Hennig (19). Die 40-Millionen-Euro-Marke wird Sauer knacken.

Übrigens: Er war auch maßgeblich am Transfer von Bastian Assomo (16) beteiligt, der während der Asienreise auf sich aufmerksam gemacht hat. Vielleicht sorgt der Angreifer für den nächsten Millionen-Regen.M. BONKE, P. KESSLER

Artikel 1 von 11