Traumtor zum Einstand: Der neue BVB-Star Konstantinos Karetsas. © IMAGO / DeFodi
Dortmund – Ein Sprint über das halbe Feld, ein Haken und dann ein Schlenzer mit links in den Winkel: Mit seinem Traumtor aus 16 Metern brachte Dortmunds neuer „Odysseus“ Konstantinos Karetsas gleich bei seinem Debüt 59.000 Zuschauer zum Staunen. Nur Lars Ricken hatte so etwas schon geahnt. „In solchen Situationen kannst du ihn nachts um drei Uhr wecken, dann macht er ihn rein“, sagte der BVB-Geschäftsführer Sport über den 18 Jahre alten Neuzugang.
Das „exzellente Tor“ (BBC) im Härtetest beim FC Arsenal (3:2) war ein erster Vorgeschmack auf das, was Karetsas den Fans zeigen will. Vor allem aber zeigte der Grieche, warum die Borussia bis zu 33 Millionen Euro für einen Spieler zahlt, der vorige Saison für den KRC Genk trefferlos blieb.
Selbst die spanische Marca widmete Karetsas eine Lobeshymne. „Konstantinos Karetsas ist der neue Odysseus, auf den sie so lange gewartet haben“, hieß es dort. Der Teenager könne Dortmunds „nächster griechischer Gott“ werden.
Beim BVB bremsten sie die Euphorie. „Er braucht noch Zeit. Er ist körperlich noch nicht auf dem Niveau, auf dem wir ihn gerne hätten“, sagte Trainer Niko Kovac über den jüngsten Torschützen in der Geschichte der griechischen Nationalmannschaft. Aber auch Kovac gefiel, was er 45 Minuten lang gesehen hatte: „Kosta ist fußballerisch richtig gut.“
Beachtlich: Die übrigen BVB-Tore erzielten der ebenfalls erst 18 Jahre alte Samuele Inacio und der 19-jährige Außenverteidiger Joane Gadou. „Natürlich ist es schön, wenn zwei 18-Jährige und ein 19-Jähriger die Tore schießen. Es funktioniert aber nur, wenn die Erfahrenen drumherum auch abliefern“, sagte Ricken.
Die meisten Fragen drehten sich dennoch um Karetsas, den zweitteuersten Zugang der Vereinsgeschichte. „Mir hat imponiert, wie wachsam Kosta nach fünf Tagen Training war, wie er am Spiel teilgenommen hat, wie ballsicher und mannschaftsdienlich er war“, sagte Ricken. „Die Halbzeit war auch für ihn extrem viel wert.“SID