LEICHTATHLETIK-EM

Deutscher Gala-Auftakt

von Redaktion

Mabry & Bremm gewinnen Bronze und Silber

Der größte Erfolg seiner Karriere: Nach dem Zieleinlauf über 5.000 Meter schrie Florian Bremm (links) seine ganze Freude heraus. © Kohring/Imago

Birmingham – Erst die Hochzeit, dann die nächste Medaille: Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry hat ihrem Traumjahr das nächste Highlight hinzugefügt. Die 27-Jährige gewann in Birmingham mit 19,50 m wie vor zwei Jahren EM-Bronze und bescherte dem deutschen Team damit einen Start nach Maß in die Titelkämpfe.

Während ihr Ehemann Tyler auf der Tribüne mitfieberte, musste sich Mabry im Alexander Stadium nur der alten und neuen Europameisterin Jessica Schilder aus den Niederlanden (20,73 m) und deren Landsfrau Jorinde van Klinken (19,64) geschlagen geben. Weltmeisterin Schilder holte mit der größten EM-Weite seit 28 Jahren zum dritten Mal in Folge kontinentales Gold. Dennoch war die Freude bei Mabry sichtlich groß, wie sie auch anschließend am ARD-Mikrofon betonte: „Man sollte sich über jede Medaille freuen“, sagte Mabry. „Und die habe ich mir heute hart erkämpft und freue mich darüber.“

Schon in der Qualifikation am Morgen hatte Mabry mit einem Stoß auf 19,25 m ihre Ambitionen unterstrichen und war als Beste in den Showdown um die Medaillen eingezogen. „Wie weit es im Finale geht? Lassen wir uns überraschen“, hatte die Mannheimerin danach gesagt. Dann reichte es für Mabry zwar nicht mehr zum Titel, für den sie deutlich persönliche Bestleistung hätte stoßen müssen, aber immerhin zur nächsten Medaille.

Auch privat erlebte Mabry in diesem Jahr bereits einen ganz besonderen Moment. Im März heiratete die gläubige Christin den früheren Football-Profi Tyler Mabry und nahm anschließend auch dessen Nachnamen an. Die Hochzeit machte sie mit Bildern in den sozialen Medien öffentlich, bei der EM trat die Kugelstoßerin erstmals bei einem Großereignis als Yemisi Mabry an.

Wenige Minuten nach Mabrys Erfolg durften die deutschen Fans schon wieder jubeln: Florian Bremm war überraschend zu Silber über 5000 m gelaufen. Der 25 Jahre alte deutsche Vizemeister aus Erlangen musste sich in 13:15,60 Minuten nur knapp dem norwegischen Olympiasieger und Titelverteidiger Jakob Ingebrigtsen (Norwegen/13:15,29) geschlagen geben. Bronze ging an den Franzosen Etienne Daguinos (13:16,19).

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das ist Wahnsinn, dass ich hier stehe. Ich habe davon immer geträumt“, sagte Bremm in der ARD: „Ich habe die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich bin einfach geflasht, dass ich jetzt hier stehe mit dem Ding um den Hals.“

In einem taktisch klugen Rennen ging Bremm weit vorne in die letzte Runde und Kopf an Kopf mit Ingebrigtsen auf die Zielgerade. Dort hatte der Norweger die Nase vorne. Für Ingebrigtsen war es der insgesamt siebte EM-Titel.

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