Trainingsstart im Zeichen des Familienglücks

von Redaktion

Warum der EHC München auf eine bessere Saison als die vergangene hofft – Kein Einspruch in Sachen Wagner

Vaterfreude: Dominik Kahun, EHC-Zugang. © Red Bull

München – Erstes Eistraining in München – und noch ein neuer Spieler am Start. Zumindest beim Aufwärmen. So jung, dass er ein Gitter vor dem Gesicht tragen muss. Er ist ein paar Köpfe kleiner als die anderen. Der Sohn von Maxi Kastner durfte passen und Schüsse versuchen, bis es richtig los ging, dann musste er von draußen zuschauen. „Maxis Sohn spielt in der U9“, informierte Christian Winkler, Managing Director von Red Bull. Es sind Schulferien, mit Kind in die Arbeit, das muss schon mal möglich sein.

Bei Dominik Kahun ist diese Betreuung des Nachwuchses noch nicht erforderlich – denn der ist gerade erst da. „8. 8., 22.08 Uhr“, hat der Starzugang des EHC München die Daten parat, zu denen er erstmals Vater wurde. Es fügt sich also alles ganz gut: Rückkehr nach München nach achtjähriger Wanderschaft durch Nordamerika und die Schweiz, persönliches Highlight am Samstag im Kreißsaal, Showtraining am Sonntag, am Montag schließlich erste offizielle Übungseinheit in Halle 1 des SAP Garden. Nun kann ein neuer Abschnitt in seiner Karriere beginnen.

Aus der vergangenen Saison, die die dritte titellose in Folge war und im Halbfinale mit einer 1:4-Serie gegen die Adler Mannheim endete, hat man Erkenntnisse gezogen. Manager Winkler ist der Meinung, „dass nicht viel gefehlt hat – aber es hat was gefehlt“. Bedarf erkannte er in der Leistungsspitze des Kaders, es ging daher um punktuelle Verstärkungen. Um Spieler, die vielleicht den Unterschied ausmachen. In erster Linie sind dies: Dominik Kahun (31), Stürmer, und die Verteidiger Trevor Carrick (32), der in der American Hockey League einer der auffälligsten Spieler war, und Lukas Klok (31), ein tschechischer Abwehrmann, mit dem Winkler schon länger verhandelte. „Wir wollten ihn als Importspieler“, verrät er. Klok hätte eine der elf „Ausländerlizenzen“ benötigt. Jedoch: „Vor zwei Monaten habe ich München gesagt, da habe ich eine Überraschung für euch“, so Klok im Gespräch mit unserer Zeitung: Er hatte die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen.

Die personellen Möglichkeiten erweitern sich auch durch die Zugänge Elis Hede (25) und Lucas Thaler (24), beide Offensivkräfte. Kapitän Patrick Hager verweist auf deren Vorgeschichte bei Red Bull (Hede im Nachwuchs, Thaler, der Österreicher, bei Salzburg), auch Dominik Kahun wisse noch gut, wie in München gespielt werde. Ins System einweisen müsse man eigentlich nur Carrick und Klok. Erwartung daher: Dass es zu Saisonbeginn nicht so hakt wie im vorigen Jahr, als weitaus mehr Spieler und Trainer Oliver David neu waren. Mit Platz vier in der Hauptrunde verpasste der EHC die Qualifikation für die Champions League und eine bessere Position für die Playoffs. Zielsetzung 2026/27. „Wir wollen Meister werden“, gibt Winkler vor. Mittlerweile die Standardaussage.

Mit einem Handicap wird der EHC zu Beginn der neuen Saison aber umgehen müssen: Die ersten sieben DEL-Partien ist Fabio Wagner nicht verfügbar, er hat noch die Hälfte seiner 14-Spiele-Sperre für das Playoff-Foul am Ingolstädter Edwin Tropmann abzusitzen. Bei der Liga die Umwandlung der Sperre in eine zur Bewährung zu beantragen, darauf verzichtet der EHC, obwohl er glaubt, dass die Strafe zu hart sei. „Wichtig für Fabio war, dass er die WM spielen konnte“, so Winkler. Auch in der Vorbereitung (erstes Spiel am Sonntag in Linz) kann Wagner ganz normal dabeisein.GÜNTER KLEIN

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