Feuerte die Staffel-Kollegen an: Märtens. © Imago
Gemeinsam geehrt: Gose (l.) und Maya Werner. © IMAGO
Paris – Drei Starts, drei Medaillen: Isabel Gose schwimmt bei der EM in Paris weiter auf einer Erfolgswelle. Nach zweimal Gold im Freiwasser sicherte sich die 24-Jährige am Dienstagabend auch im Becken Edelmetall. Über 800 Meter Freistil musste sich die Magdeburgerin nur der Italienerin Simona Quadarella geschlagen geben. Für eine deutsche Überraschung sorgte direkt dahinter Goses Vereinskollegin Maya Werner mit Bronze.
„Ich bin super happy. Drittes Rennen, dritte Medaille. Ich glaube, das ist bisher eine gute Ausbeute“, sagte Gose nach ihren 8:18,44 Minuten. Quadarella war in 8:15,55 Minuten nicht zu schlagen, Werner pulverisierte dahinter ihre persönliche Bestzeit um fast sieben Sekunden und schlug nach 8:22,55 Minuten als Dritte an.
„Das macht mich eigentlich fast noch glücklicher“, sagte die 21-Jährige über ihre starke Zeit. Gose wiederum baute ihre beeindruckende Medaillenserie aus. Schon vor dem Wechsel ins Centre Aquatique Olympique hatte sie in der Seine im Knockout-Sprint und mit der Freiwasser-Staffel zweimal Gold gewonnen.
Während Gose bereits Medaille um Medaille sammelt, wartet Lukas Märtens noch auf seinen ersten Einzelauftritt. Bronze mit der 4×200-Meter-Freistilstaffel hat der Olympiasieger bereits um den Hals, ab Donnerstag nimmt er zunächst die 200 Meter Freistil in Angriff. Am Sonntag folgt seine Paradestrecke über 400 Meter.
Gerade über die 200 Meter gibt es noch Steigerungspotenzial. Als Startschwimmer der Bronzestaffel hatte Märtens am Montag in 1:45,71 Minuten nur die siebtbeste Zeit aller Auftaktschwimmer erzielt. „Das hat schon ein paar Körner gekostet“, räumte er ein. Im Einzel wolle er „hoffentlich ein bisschen schneller“ schwimmen.
Das wird nötig sein: Mit Olympiasieger und Weltmeister David Popovici wartet der derzeit schnellste Mann des Jahres. Zudem ist die Konkurrenz im eigenen Lager groß. Jarno Bäschnitt, im Staffelrennen schnellster Deutscher, und Timo Sorgius sind ebenfalls gemeldet. Da pro Nation höchstens zwei Schwimmer ins Halbfinale dürfen, könnte es bereits im Vorlauf am Donnerstag zum deutschen Ausscheidungsrennen kommen.
Über 400 Meter sind die Rollen andere. Märtens ist Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler und in Europa in diesem Jahr mit deutlichem Vorsprung die Nummer eins. Am Sonntag kommt es zum Duell mit Frankreichs Superstar Léon Marchand – diesmal geht der Deutsche als Favorit ins Becken.
Am Dienstag gab es neben den beiden Medaillen noch einen deutschen Rekord: Kaii Liam Winkler, Melvin Imoudu, Angelina Köhler und Nina Holt verbesserten in der Mixed-Staffel über 4×100 Meter Lagen die Bestmarke auf 3:43,00 Minuten. Für das Podium reichte es als Fünfte allerdings nicht.
Nach zwei Wettkampftagen im Becken stehen damit drei deutsche Medaillen zu Buche. Und während Isabel Gose ihre Sammlung bereits eindrucksvoll erweitert hat, soll die EM für Lukas Märtens nun erst richtig beginnen. SID