Viererpack: Calderon ballert 1860 ins Achtelfinale

von Redaktion

Diesmal mit einem Viererpack: Ortivero Calderon. © IMAGO

Wendelstein – Was waren das in den vergangenen Jahren teils für bittere Rückfahrten aus der bayerischen Provinz für den TSV 1860 im Totopokal. Gleich mehrfach hatten sich die Löwen bis auf die Knochen blamiert und die Qualifikation für den DFB-Pokal leichtfertig weggeworfen. Am Dienstagabend jedoch schickte Sechzig seinen Anhang wieder glücklich auf den Heimweg. Beim Landesligisten aus dem fränkischen Wendelstein gab sich 1860 keine Blöße und siegte mit 5:1. Das freute auch den in München gebliebenen Präsidenten Gernot Mang, der in einem Telefonat mit unserer Zeitung vor der Partie betont hatte: „Jeder Wettbewerb ist wichtig!“

Der regionale Charme des bayerischen Amateurpokals wurde auch in Wendelstein wieder sichtbar. Die Autos der mitgereisten Fans wurden auf einem Feld geparkt, beim Aufwärmen lief ein Löwensong – gelebte Gastfreundschaft in Mittelfranken. Kurz vor dem Einlauf ergriff dann noch der heimische Stadionsprecher das Mikrofon und sprach in Richtung der Giesinger: „Geil, dass ihr einen gewissen Mann losgeworden seid.“ Wenige Sekunden später dann präsentierte der Wendelsteiner die Aufstellung der Sechzger und sorgte mit seiner fränkischen Aussprache durchaus für den ein oder anderen Schmunzler. Das Highlight: Der 1860-Coach wurde als „Albbar Kayabauer“ präsentiert. Ein kurzes „Sorry“ folgte umgehend.

Von den Kuriositäten rund um das Spiel ließ sich die Kayabunar-Elf (ohne zahlreiche Stammkräfte wie Dennis Dressel, Florian Niederlechner oder Michael Eberwein) aber nicht ablenken, erstickte die fränkischen Sensations-Hoffnungen schnell im Keim. Angetrieben von Comebacker Tunay Deniz – der Regisseur fehlte neun Monate wegen eines Kreuzbandrisses – ließen die Löwen von Beginn an nichts anbrennen. Nachdem ein Schuss von Deniz noch an den Pfosten gelenkt wurde, war es wenige Minuten später Loris Husic, der den Bann brach und die Gäste aus kurzer Distanz in Führung brachte (33.). Noch vor dem Seitenwechsel legte Arian Ortivero Calderon mit zwei weiteren Treffern den Grundstein für den Einzug ins Achtelfinale.

Doch gänzlich zufrieden konnte Kayabunar nach dem Schlusspfiff nicht sein. Sein Team schaltete nach der Pause zu schnell in den Verwaltungsmodus, Torchancen bekamen die 1860 (!) Zuschauer vor Ort immer seltener zu sehen. Zwischenzeitlich hofften die Wendelsteiner sogar wieder, nach dem Anschlusstor zum 1:3. Doch kurz vor dem Abpfiff markierte Ortivero Calderon mit seinen Treffern drei und vier den 1:5-Endstand.

Bereits am Freitag werden die Blauen deutlich mehr gefordert sein – im Gastspiel bei Regionalliga-Spitzenreiter Memmingen (19 Uhr).MARCO BLANCO UCLES

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