Rückschlag im Talente-Netzwerk

von Redaktion

Bayerns Kooperationspartner LAFC steigt bei Grasshopper Zürich aus

Sportvorstand Max Eberl. © Kunz/dpa

München – Schon am 29. Juni verkündete Los Angeles FC auf seiner Homepage eine Nachricht, die auch Folgen für den FC Bayern hat. „Der Los Angeles Football Club (LAFC) gab heute die strategische Neuausrichtung seines internationalen Nachwuchsnetzwerks bekannt und übertrug seine Mehrheitsbeteiligung am Schweizer Verein Grasshopper Club Zürich an die Bridge Football Group Switzerland AG“, schrieb der MLS-Club, der mit dem FC Bayern das Nachwuchsnetzwerk „Red & Gold“ betreibt.

Die Pressemitteilung fand in Deutschland zwar bislang kaum Beachtung, hat aber Auswirkungen auf die Entwicklungsstrategie des FC Bayern. In den vergangenen Jahren parkten die Münchner Talente, die – vereinfacht ausgedrückt – zu stark für die eigene Regionalliga-Mannschaft, allerdings noch nicht reif genug für das Starensemble waren, gerne bei Grasshopper Zürich. Ein geeigneter Zwischenschritt auf dem Weg nach oben.

Beim Schweizer Erstligisten sammelten die Bayern-Juwele wertvolle Profi-Erfahrungen. Und spielten sich teils auch in den Fokus anderer Clubs. Jüngstes Vorzeigebeispiel: Jonathan Asp Jensen (20/neun Tore in 40 Zürich-Spielen).

Zwar reichte das nicht, um einen dauerhaften Kaderplatz bei den Profis von Vincent Kompany zu bekommen. Der FC Bayern profitierte aber dennoch davon: Der spanische Erstligaaufsteiger La Coruña verpflichtete Asp Jensen für eine Ablöse von sechs Millionen Euro. Auch Nestory Irankunda (20) ging einen ähnlichen Weg. Nach seiner Zürich-Leihe verkaufte ihn der FC Bayern 2025 für drei Mio. Euro an den FC Watford in die englische zweite Liga.

Ein Grund für das Aus von LAFC bei den Grasshoppers: Vor allem der harte Kern der Zürich-Fans stand dem Konstrukt stets kritisch gegenüber. Künftig möchte sich LAFC auf seine Partnerschaft mit dem Ösi-Zweitligisten Wacker Innsbruck konzentrieren. Dem Vernehmen nach beobachten die Amerikaner den europäischen Markt für einen neuen Vereinseinstieg. Von dem könnte dann auch der FC Bayern wieder profitieren.P. KESSLER, M. BONKE

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