Zweikampfstark: Dennis Dressel. © Christ/Imago
München – Lance Fiedler konnte die Tränen nach dem Abpfiff nicht mehr zurückhalten. Der junge Außenverteidiger der Sechzger hatte eine Teilschuld am 2:2-Ausgleich des FC Augsburg II bei den Münchner Löwen. Nach dem Abpfiff wurde der 19-Jährige von Coach Alper Kayabunar und den Kollegen aufgebaut. Die Quintessenz aus dem zweiten 2:2-Remis der Saison: Sechzig weiß spielerisch zu überzeugen, bekommt defensiv allerdings zu einfache Gegentore. Am heutigen Freitagabend wird die Aufgabe nicht leichter – im Gegenteil: Die Löwen reisen zum bislang besten Team der Liga, zu Spitzenreiter FC Memmingen (drei Spiele, drei Siege).
Die Schwächen des TSV 1860 – zu langsames Umschalten in der Defensive – könnte sich der FCM zu Nutzen machen, warnte Kayabunar in der Pressekonferenz: „In Bayreuth (Memmingen siegte mit 3:1; Red.) haben sie gezeigt, wie gut sie im Umschaltspiel sein können. Zudem ist es ein eingeschworener Haufen, der bereits länger zusammenspielt.“ Sechzig ist also gewarnt. „Wir müssen Sicherheit in unser Spiel bekommen und Fehler vermeiden“, erklärt Kayabunar. „In den letzten Wochen haben wir zwar immer weniger zugelassen, aber sicherlich zu viele Gegentore kassiert. Gegen Augsburg haben wir die Bälle zu einfach verloren.“
Unter der Woche ließ der Coach seine Spieler bereits spüren, dass er mit dem defensiven Umschaltverhalten derzeit nicht zufrieden ist. Der 40-Jährige hielt die Einheit an und rief lautstark über den Platz: „Das ist mir zu wenig, viel zu wenig. So bekommen wir einen Konter nach dem anderen.“ Die Sinne dürften also geschärft sein bei Kapitän Dennis Dressel, Felix Weber & Co.
„Angriff ist die beste Verteidigung“ – diese altbekannte Marschroute werden die Löwen auch in Memmingen wieder anwenden, ihre Spielidee nicht groß verändern. Im Zentrum dürfte neben Dressel erneut Loris Husic die Fäden ziehen. Die Formkurve des österreichischen U-Nationalspielers zeigte zuletzt steil nach oben. Kayabunar unterstrich die Qualitäten des 18-Jährigen: „Er ist technisch stark und kann Kontrolle ins Spiel bringen. Loris weiß, in welchen Räumen er sich bewegen muss.“
Husic soll mit dafür sorgen, dass der treue Anhang aus Giesing im dritten Spiel den ersten Sieg der Saison bejubeln darf. Die Löwenfans durften sich vor allem auf eines bisher bei ihrem Team verlassen: Leidenschaft pur. Die verspricht Kayabunar auch in Memmingen: „Jeder von uns ist stolz, für diesen besonderen Club arbeiten zu dürfen. Wir kämpfen in jedem Spiel wie die Löwen.“
Doch Kampf alleine wird nicht reichen, um in Memmingen jubeln zu dürfen. Deshalb wird beim Spitzenreiter vor allem die Frage beantwortet: „Wie clever sind die neuformierten Löwen schon?“MBU