HOCKEY-WM

Unter den Favoriten der Außenseiter

von Redaktion

Deutsche Herren sehen sich selbst als Wundertüte

WM-Vorfreude: Herren-Coach André Henning. © dpa

Wavre – Hockeyverrückte Gastgeber, bis zu 15.000 Fans auf den Rängen und Highlight-Spiele unter Flutlicht gegen die Besten der Welt: Wenn Bundestrainer André Henning an die kommende WM der Männer und Frauen in Belgien und den Niederlanden denkt, gerät er ins Schwärmen. „Das ist wirklich ein tolles Stadion, das wird ein stimmungsvolles Turnier“, sagt der Bundestrainer vor dem Auftaktspiel der goldverwöhnten DHB-Männer gegen Underdog Malaysia.

Am Samstag (14.30 Uhr/kostenlos bei MagentaTV) startet der amtierende Welt- und Europameister im belgischen Wavre in seine Mission Titelverteidigung; mit einer jungen Mannschaft, die wegen eines größeren Umbruchs nach dem Olympia-Silber von Paris nicht so genau weiß, wo sie eigentlich steht. Eine „Wundertüte“, wie Henning sagt, die doch „an einem guten Tag alle schlagen kann“. Und so ist Deutschland vor Turnierstart so etwas wie der Außenseiter unter den Topfavoriten.

Lautet das interne Ziel trotzdem Titelverteidigung? „Ja“, sagt Henning. Seine Spieler seien bei der Klärung dieser Frage inzwischen „fast schon genervt“, erklärt er: „Wenn wir das festmachen, heißt es sowieso, ‚wir wollen halt alle Spiele gewinnen‘ – was wiederum bedeutet, du willst am Ende auch das Turnier gewinnen.“ Klingt einfach, wird schwierig. Vor allem, weil es für das DHB-Team diesmal schon früh zur Sache geht. Am Montag (20.30 Uhr) wartet mit dem Abendspiel gegen Belgien der erste Kracher.

Und dem kommt eine enorme Bedeutung zu, weil der neue Modus kaum Spielraum lässt für Patzer. Sollte Deutschland gegen den Weltranglistenersten verlieren und ohne mitgenommene Punkte in die neu eingeführte Zwischenrunde starten, wären wohl schon zwei Siege in zwei Spielen gegen absolute Topteams nötig, um das Halbfinale noch zu erreichen. „Das Belgien-Spiel ist mit dem Modus fast ein Alles-oder-nichts-Spiel“, bestätigt Henning – und sieht doch das Positive. „Wenn du ab dem zweiten Spiel voll gefragt bist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Mannschaft auch auf den Punkt abliefert.“

Für die ebenfalls neu formierten Frauen des DHB, die seit 1998 auf eine WM-Medaille warten, geht es ebenfalls am Samstag (11.30 Uhr/MagentaTV) los. Erster Gegner ist Schottland. SID

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