Saibari fängt den taumelnden Musiala auf.
Benommen, aber wieder auf den Beinen. © Ruiz
Schockmoment in der Allianz Arena: Jamal Musiala sackte kurz nach seinem Treffer zum 3:1 aus dem Nichts zusammen. © Feil, Ulmer/Imago
München – Die Mannschaftsärzte Dr. Jochen Hahne (Orthopädie) und Prof. Dr. Roland Schmidt (Innere Medizin) sind nach dem 3:1 (1:0) des FC Bayern im Telekom-Cup gegen RB Leipzig noch lange in der Mannschaftskabine – ebenso wie Chefcoach Vincent Kompany, Sportdirektor Christoph Freund und Sportvorstand Max Eberl. Bei den Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters ist die Sorge groß, nachdem Jamal Musiala in der 84. Minute benommen zu Boden gegangen war.
Wegen der hohen Temperaturen litt der 23-Jährige an Schwindel und Kreislaufproblemen, lautet später die inoffizielle Diagnose. Sportchef Eberl meint nach dem Spiel: „Das Wichtigste: Es geht ihm gut. Alles andere kann man nix dazu sagen.“ Musiala stand nach seiner Fuß-OP zum ersten Mal wieder auf dem Platz.
Aber was war genau passiert? Musiala wurde in der 69. Minute eingewechselt und sorgte in der 81. Minute mit einem Treffer nach Vorarbeit von Ismael Saibari für das 3:1. Zuvor trafen Luis Diaz (13.) und Nathaniel Brown (57.) für die Münchner. Brajan Gruda erzielte das zwischenzeitliche 1:1 (52.).
180 Sekunden nach seinem Treffer kippt Ausnahmedribbler Musiala einfach um. Saibari bemerkt das Unglück aus dem Augenwinkel, reagiert blitzschnell und fängt den taumelnden Musiala auf. Joshua Kimmich eilt ebenfalls herbei und winkt den Notarzt heran. Mannschaftsarzt Hahne stürmt gemeinsam mit den Physios Gerry Hoffmann und Florian Brandner zum Bayern-Star.
In der Arena wird es still, nach bangen Sekunden zeigt der Arzt den Daumen nach oben. Musiala bekommt einen kalten Schwamm ins Genick und sofort eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt. Die Fans rufen seinen Namen, Musiala verlässt anschließend benommen den Platz und klatscht mit Saibari ab.
Für den marokkanischen Neuzugang war die Situation ein unschönes Déjà-vu: Im Sommer 2017 war sein Freund Abdelhak Nouri beim Testspiel zwischen Ajax Amsterdam und Werder Bremen auf dem Platz zusammengebrochen, erlitt einen Herzstillstand und musste noch auf dem Platz reanimiert werden. Er überlebte den Zwischenfall, trug jedoch schwere Hirnschäden davon. Nouris Rückennummer 34 wird bei Ajax seitdem nicht mehr vergeben, beim FC Bayern trägt sie nun Saibari zu Ehren seines Freundes.
Die Sache mit Musiala war nicht der einzige Schreckmoment: Konrad Laimer hatte einen Schlag abbekommen und musste früh raus. Ebenso wie Minjae Kim, der einen Krampf im Oberschenkel hatte.MANUEL BONKE, KIAN FALK