Europameister über 200 m: Owen Ansah. © Hoppe/dpa
Birmingham – Owen Ansah gab noch einmal alles. Der Europameister hüpfte auf der Tribüne des Alexander Stadiums auf und ab, brüllte seine Kumpels aus Leibeskräften nach vorne. Und feierte dann das überraschende Staffel-Silber von Birmingham, als hätte er selber mitsprinten dürfen. Das durfte der schnellste Deutsche der Geschichte aber nicht. Ob und wann Ansah dies bei einer großen Meisterschaft wieder darf, ist offen. Der EM-Triumphator verließ den Ort seines größten Sieges in schierer Ungewissheit.
„Ich habe eine Goldmedaille gewonnen“, sagte Ansah bestimmt: „Wir können gerne dieses Thema auseinandernehmen, aber über andere Sachen möchte ich nicht sprechen.“ Dass ihm wegen eines, so der Vorwurf, verweigerten Dopingtests vier Jahre Sperre und die Aberkennung seiner EM-Medaillen – Gold am Freitag über 200 m und Bronze zuvor über 100 m – drohen, wollte Ansah in den Tagen von Birmingham nicht erörtern.
Bitter genug für ihn, dass der Verband verständlicherweise nicht verantworten wollte, dass deswegen auch noch die Staffel disqualifiziert werden könnte. Diese gewann ohne ihn, aber auch für ihn Silber. „Wir sind so stolz auf den Jungen“, sagte Staffel-Sprinter Marvin Schulze: „Wir sind ein Team und stehen alle hinter Owen.“
Ansah freut sich auf die Familie: „Nur einer darf schneller sein als ich, das ist mein kleiner Sohn.“SID