Wenn Football hässlich wird

von Redaktion

Munich Ravens bezwingen Frankfurt und ziehen ins Finale ein – auf dem Platz geht es ruppig zu

Jonas Maier (r.) von den Munich Ravens hatte dem Frankfurter Publikum noch etwas mitzuteilen. © Hoffmann/Imago

„Wir haben uns zum Teil zu sehr emotionalisieren lassen“: Zwischen Frankfurt und München gab es zu einer XXL-Rudelbildung. © Hoffmann/Imago

Frankfurt – Der zwischenzeitlich erschienene Regenbogen hielt sich am Samstagabend zwar nur kurz über der BBBank-Arena, den nächsten Schritt in Richtung Goldtopf konnten die Munich Ravens trotzdem machen. Mit einem am Ende souveränen 52:33-Erfolg über Frankfurt Galaxy buchten die Münchner das Finalticket in der Premierensaison der European Football Alliance (EFA).

Davor war es auf und neben dem Rasen heiß hergegangen. Mit dem Aus vor Augen stieg der Frankfurter Frust, was zu einigen Unsportlichkeiten führte. So riss sechs Minuten vor dem Ende Galaxy-Quarterback Zach Calzada Ravens-Verteidiger Wael Nasri den Helm vom Kopf, was zu einer XXL-Rudelbildung inklusive der Trainerteams führte. Spieler beider Mannschaften wurden des Feldes verwiesen. Die Liga kündigte an, den Vorfall zu untersuchen.

„Wir haben uns zum Teil zu sehr emotionalisieren lassen. Da nehme ich mich selbst auch nicht raus, ich muss aber ein Vorbild für die Jungs sein“, erklärte Quarterback Russell Tabor nach der Partie. „Umso stolzer bin ich, dass wir unseren Fokus dann wiedergefunden haben.“

Auch auf der Tribüne trafen erhitzte Gemüter aufeinander, am Ende musste sogar der Sicherheitsdienst einschreiten. Ein unschönes Ende eines ansonsten sehr gelungenen Footballabends.

„Das war sicher nicht unser bestes Spiel, aber am Ende zählt nur der Sieg“, resümierte auch Passempfänger Louis Geyer. In der Tat gestaltete sich gerade die erste Hälfte aus Ravens-Sicht deutlich komplizierter als gedacht. Angestachelt vom Publikum ließen sich die Frankfurter – offiziell als Auswärtsteam geführt – einfach nicht abschütteln. Leichte Fehler in der Ravens-Defensive wurden durch teils spektakuläre Spielzüge immer wieder bestraft.

Zusätzlich heizte sich durch die ein oder andere diskutable Schiedsrichterentscheidung die Stimmung weiter auf. „Das ist Playoff-Football. Wir müssen einfach disziplinierter auftreten“, so der sichtlich genervte Münchner Cheftrainer Kendral Ellison zur Pause, als sein Team nur knapp mit drei Punkten führte.

In der Kabine wurden dann aber aus Sicht des großen Favoriten die richtigen Worte gefunden. „Wir haben uns darauf besonnen, einfach unser Spiel zu spielen. Wenn wir wollen, haben wir die volle Kontrolle und sind von niemandem zu stoppen. Zusammen sind wir ein bisschen runtergekommen und sind dann losgerollt“, fasste Geyer die Ereignisse in der Pause zusammen.

Gegen rollende Ravens waren die bis dahin stark kämpfenden Frankfurter chancenlos. Mit 14:0 ging das dritte Viertel an die Münchner und so war die Partie entschieden. Gerade das Traumduo Tabor/Geyer war in dieser Phase – wie schon oft in dieser Saison – nicht aufzuhalten.

Für die Ravens startet nun die zweiwöchige Vorbereitung auf das große Finale am 29. August in Innsbruck. Dort treffen sie – wie zu erwarten – auf das starke Team Nordic Storm aus Kopenhagen, das am Sonntag mit 45:6 gegen die Paris Musketeers gewann.CLAAS SCHÖNFELD

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