Die Löwen-Fans sorgten für Stimmung. © Privat
Der 19-jährige Fabio Wagner (2. v. r.) traf zum 2:0 für 1860. © Sampics/Matzke
Aubstadt – Provisorisch errichtete Zäune und kurzfristig geschaffene Parkflächen – Aubstadt hatte sich vorbereitet für den Löwenansturm am Dienstagabend. Auf Garagentoren rund um den Sportplatz stand geschrieben: „Heute hier parken.“ Das unterfränkische Dorf war gewappnet für das Kracherduell in der Regionalliga Bayern gegen den TSV 1860. Und auch auf dem Rasen zogen die Aubstädter ihr Konzept durch: qualitativ absolut Regionalliga-würdig, jedoch auch enorm gastfreundlich. Im Sport keine gute Idee: Die Sechzger nahmen die Geschenke der Hausherren dankend an und siegten mit 3:2.
Inmitten der englischen Woche (Freitag-Dienstag-Samstag) schickte 1860-Coach Alper Kayabunar eine leicht veränderte Elf ins Rennen. Tunay Deniz – Startelfdebüt in der Regionalliga –, Benedikt Hoppe und Fabio Wagner rückten neu in die Startformation. Und Letzterer hatte bei der spielentscheidenden Szene seine Füße im Spiel. Nach einem Katastrophenpass von Aubstadts Keeper Vladyslav Vertiei schalteten die Löwen blitzschnell. Den gefühlvollen Steckball von Florian Niederlechner schob Wagner Sekunden vor dem Pausenpfiff eiskalt zum 0:2 ein.
Ein schmeichelhafter Halbzeitstand aus Sicht der Sechzger, hatte Aubstadt doch bis dahin ein Chancenplus zu verzeichnen. Nach zehn Minuten war es Lance Fiedler, der gerade noch klären konnte, ehe Timo Pitter ins verwaiste Löwentor einschieben konnte. Den Schreckmoment überwunden, brachte 1860 die Partie mehr und mehr unter Kontrolle. Großen Anteil daran hatte Kapitän Dennis Dressel, über den jeder Angriff der Sechzger lief. Der neben Dressel beste Löwe auf dem Platz sorgte dann für die erste Eruption im Gästeblock. Nach einem abgewehrten Niederlechnerschuss köpfte Emre Erdogan zum 0:1 ein (22.).
Doch der Treffer gab 1860 keine Sicherheit: Bei Severo Sturms Distanzkracher hatten die Giesinger Glück, dass der Ball Zentimeter über den Querbalken strich. Danach war Torwartroutinier Vitus Eicher zweimal glänzend zur Stelle. Mitten in die Aubstädter Drangphase hinein folgte die eingangs beschriebene Geschenkvergabe durch Torhüter Vertiei.
Schon früh im Spiel hallte es aus der Löwenkurve: „Der TSV ist wieder da!“ Zu früh? Wenige Minuten nach der Pause hätte es im Kasten Eichers klingeln können, Sturms Abschluss klatschte an den Querbalken. Und weil 1860 Konterchancen liegen ließ, wurde es noch einmal spannend. Franz Helmer traf sträflich alleine gelassen zum 1:2 (78.). Sechzig wackelte kurz – dann kam der Joker vom Dienst. Nach Zuspiel von Dressel schloss Ortivero Calderon wuchtig in die lange Ecke ein (84.). Der erneute Anschlusstreffer von Marco Nickel kam zu spät (89.).MBU