ZUM TAGE

Europa bleibt das Fundament der F1

von Redaktion

Rotationsmodell hilft Deutschland

Seit den ruhmreichen Ferrari-Zeiten von Michael Schumacher Anfang der 2000er-Jahre hat sich die Formel 1 in vielen Belangen weiterentwickelt. Kreischende V10-Motoren wurden durch Hybrid-Antriebe ersetzt – und mittlerweile heizen die Fahrer nicht mehr über die Rennstrecke im französischen Magny-Cours, sondern in der Öl-Metropole Jeddah in Saudi Arabien.

Der Mittelpunkt der Königsklasse liegt zwar immer noch in Europa, aber das Verhältnis hat sich durch die Globalisierung der Rennserie deutlich verschoben. Als Schumacher zum letzten Mal Weltmeister geworden ist, fanden zehn von 18 Grands Prix in Europa statt – das war 2004. Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich zehn von 24 sein (immer noch gut 40 Prozent). Die Formel 1 weiß weiterhin, wo ihre Wurzeln liegen.

Auch wenn mit Zandvoort nach dem Grand Prix am Sonntag eine Strecke aus dem F1-Kalender fliegt, gibt es europäischen Ersatz: 2027 kehrt Istanbul zurück. Zudem feiert der Stadtkurs in Madrid in knapp einem Monat seine Premiere. Natürlich hat der finanzstarke Nahe Osten (Abu Dhabi, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien) an Bedeutung gewonnen. Und vor allem in den USA hat sich durch die mittlerweile drei Rennen (Austin, Miami und Las Vegas) eine Fankultur aufgebaut, die sehr im Interesse der Formel 1 ist. So schafft die Rennserie den schwierigen Spagat zwischen europäischer Tradition und moderner Globalisierung.

Als eine weitere gute Lösung führte man das Rotationsprinzip wieder ein. Mit Spa und Barcelona, beide galten ursprünglich mal als Streichkandidaten, wechseln sich in den kommenden Jahren zwei Rennstrecken ab. Schon zwischen 2008 und 2014 rotierte der Große Preis von Deutschland zwischen Nürburgring und Hockenheim.

Da es deutlich mehr Rennstrecken mit Formel-1-Interesse gibt (nicht nur in Europa) als freie Plätze im Rennkalender, ist die Ausweitung dieses Rotationsmodells eine sinnvolle Option. So hätten auch die Streckenbetreiber beispielsweise in Deutschland und Frankreich eine realistischere Chance, sich die hohen Antrittsgelder zu leisten.

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