Hockey-Frauen mit dem Rücken zur Wand

von Redaktion

Von der Heyde verliert gegen argentinische Ex-Teamkolleginnen – Männer marschieren durch die WM

Jubel über den Siegtreffer: Jakob Brilla (Mitte) erzielte gegen Belgien das Tor des Tages. © Hoslet/EPA

Die Aufholjagd von Lucina von der Heyde (links) und den Danas blieb ungekrönt. © Memmler/Imago

Wavre – Am Ende ihres Spiels gegen die eigene Vergangenheit ärgerte sich Lucina von der Heyde vor allem über das Ergebnis. „Ich wusste, dass ich gegen Argentinien spielen muss, gegen meine ehemaligen Teamkolleginnen“, sagte die deutsche Hockey-Nationalspielerin mit argentinischen Wurzeln: „Aber jetzt spiele ich für Deutschland und bin sehr glücklich hier – und traurig wegen des Spiels.“

Ihre Emotionen habe sie während des 2:3 (0:1) im zweiten WM-Spiel gegen ihr Heimatland ausblenden können. „Das Gefühl war vor dem Spiel. Als wir angefangen haben zu spielen, habe ich alles vergessen“, sagte die 29-Jährige. Sie wollte „einfach das Spiel gewinnen. Wir haben einen guten Job gemacht.“

Zwar kämpften sich von der Heyde und ihr Team gegen den Favoriten nach 0:2-Rückstand nochmal zurück, durch mehrere strittige Entscheidungen ging die Partie aber verloren. Damit stehen die Danas im letzten Gruppenspiel unter Druck. Gegen Tabellenführer USA muss am heutigen Mittwoch (14 Uhr/MagentaTV) ein Sieg her, um die Zwischenrunde aus eigener Kraft zu erreichen.

Angesichts der guten Leistung gegen den Vizeweltmeister von 2022 verbreitete von der Heyde aber Zuversicht. „Wir wussten, dass Argentinien ein sehr starkes Team ist mit sehr guten Spielerinnen und viel Emotionen“, sagte sie: „Jetzt sagen die jungen Spielerinnen: Wenn wir so gegen Argentinien spielen, können wir jeden schlagen.“

Derweil stehen die deutschen Hockey-Männer vorzeitig in der Zwischenrunde. Der Titelverteidiger gewann auch sein zweites Gruppenspiel mit 1:0 (0:0) gegen Co-Gastgeber Belgien. Der Mannheimer Jakob Brilla (39. Minute) nutzte vor 9.900 Zuschauern in der nahezu ausverkauften Hockey-Arena die erste Strafecke zur Führung. „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte der Matchwinner. In der ersten Hälfte hatte Torhüter Jean-Paul Danneberg (11./20.) den Europameister vor einem Rückstand bewahrt, ehe seine Abwehr gleich alle sechs Strafecken souverän ablief. Der Olympia-Zweite trifft nun heute um 17 Uhr (MagentaSport) auf Frankreich. Zum Auftakt besiegte die DHB-Auswahl Malaysia mit 5:1. „Wir wollen den Flow des Turniers halten und ausbauen“, sagte Bundestrainer André Henning.DPA, SID

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